Corona-Krise

Kreis Stormarn plant zusätzliche Busse im Schulverkehr

Damit die Schüler in Corona-Zeiten mehr Abstand halten können, fordern Eltern den Einsatz weiterer Schulbusse.

Damit die Schüler in Corona-Zeiten mehr Abstand halten können, fordern Eltern den Einsatz weiterer Schulbusse.

Foto: Marijan Murat / dpa

Kreistag soll am Freitag Mehrkosten von 287.500 Euro genehmigen. Nachtragshaushalt nicht nötig. Regelung gilt bis zu Osterferien 2021.

Bad Oldesloe. Die Kreispolitik will auf die massiven Beschwerden von Schülern und Eltern zur Situation in den Schulbussen während der Corona-Pandemie reagieren, insbesondere hinsichtlich des Transports zur ersten Stunde. In der jüngsten Sitzung des Stormarner Finanzausschusses wurde dem Kreistag (Freitag ab 16 Uhr in der Stormarnhalle) ohne Gegenstimme empfohlen, im Zeitraum vom Ende der Herbstferien (19. Oktober) bis zum Beginn der Osterferien am 31. März 2021 Verstärkerbusse auf sieben Linien einzusetzen.

CDU-Kreistagsfraktion fordert zusätzliche Busse

Wie bereits berichtet, hatte die CDU-Kreistagsfraktion in einem Dringlichkeitsantrag für den Verkehrsausschuss unter anderem zusätzliche Busse auf den am stärksten nachgefragten Linien und in den bekannten Stoßzeiten gefordert. Die Kreisverwaltung sollte daraufhin prüfen, inwieweit der Schulbusverkehr entzerrt werden kann und was der Mehraufwand kostet.

„Es wurde ausdrücklich keine generelle Herabsetzung der Kapazitätsgrenze in den Bussen erwogen“, sagt Björn Schönefeld, ÖPNV-Fachmann der Kreisverwaltung. Es sei schlicht nicht umsetzbar, auf den etwa 40 Schulbuslinien die Anzahl der Busse und Fahrer mal eben zu verdoppeln. „Zumal es auf den meisten ohnehin schon Doppelfahrten zur ersten Stunde gibt“, so Schönefeld.

Verstärkerbusse kosten bis zu 41.000 Euro

Stattdessen wurde in Absprache mit den beiden Unternehmen Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH), die den Busverkehr im Stormarner Süden bedienen, und der Autokraft, die für die Buslinien im Norden des Kreises verantwortlich zeichnen, analysiert, auf welchen Strecken zusätzliche Busse besonders notwendig erscheinen. „Dabei sind auch aktuelle Erfahrungen des Fahrpersonals eingeflossen“, so Schönefeld. Herausgekommen ist eine Empfehlung für den Einsatz von sieben zusätzlichen Bussen auf acht Linien. In einem Fall soll ein Stadtbus durch einen Gelenkbus ersetzt werden, um auf diese Weise mehr Platz für die Schüler anbieten zu können.

Auf den Linien 8116 (Sattenfelde/Tremsbüttel), 8140 (Sülfeld–Bad Oldesloe), 776 (Glinde–Ahrensburg) und 333 (Trittau– Glinde) wird es zusätzliche Busse zur ersten Stunde geben. Auf den Linien 8763 (Hamfelde–Trittau) und 8884 (Reinbek–Trittau) sind sie zur zweiten Stunde geplant, auf den Linien 8171 (Bad Oldesloe–Zarpen) und 337 (Barsbüttel–Lütjensee) zur sechsten Stunde. Mit 41.000 Euro am teuersten wird der erhöhte Einsatz auf der Linie zwischen Sülfeld und der Kreisstadt Bad Oldesloe. Der geringste finanzielle Mehraufwand entsteht dem Kreis durch den Verstärker zwischen Hamfelde und Trittau, der mit 24.000 Euro zu Buche schlägt.

Es entstehen Mehrkosten von 287.500 Euro

Da die zusätzlichen Busse ohnehin voll finanziert werden müssen, unabhängig von der Dauer ihres Einsatzes, haben die Mitglieder des Finanzausschusses den Einsatz der Verstärkerbusse bis zu den Osterferien empfohlen. „Insgesamt entstehen Mehrkosten von 287.500 Euro. Die Kalkulation orientiert sich an jenen Kostensätzen, die den Verträgen mit den beiden Verkehrsbetrieben zugrunde liegen“, erklärt Björn Schönefeld. Ein Haushaltsnachtrag für 2020 sei nicht nötig, weil das ÖPNV-Budget noch nicht ausgeschöpft sei.