Kinderbetreuung

„Bille-Bande“ zieht in Räume der katholischen Kirche Trittau

Bereichsleiterin Isabel Avci (v. l.), Kita-Chefin Svenja Aagard und Bürgermeister Oliver Mesch in den neuen Räumen der „Bille-Bande“. Die Kita bietet Platz für 22 Kinder von ein bis sechs Jahren.

Bereichsleiterin Isabel Avci (v. l.), Kita-Chefin Svenja Aagard und Bürgermeister Oliver Mesch in den neuen Räumen der „Bille-Bande“. Die Kita bietet Platz für 22 Kinder von ein bis sechs Jahren.

Foto: Elvira Nickmann

Neue Kita hat Anfang des Monats Betrieb aufgenommen. Umbau ersetzt geplante Container. Dadurch werden 37.000 Euro pro Jahr eingespart.

Trittau. Pünktlich zum 1. September hat die neue Kindertagesstätte „Bille-Bande“ ihren Betrieb im Gemeindezentrum der katholischen Kirche in Trittau aufgenommen. Dass die Kinder und ihre Betreuer nicht wie anfangs geplant in Containern auf dem Gelände untergebracht sind, sondern eigene Räume im Gebäude beziehen konnten, ist einem glücklichen Zufall zu verdanken.

Maria Haag, Mitglied des Kirchenvorstands, erzählt, wie es dazu kam: „Bei einem Ortstermin mit dem Architekten wegen der Container wurde nebenbei erwähnt, dass am 31. Dezember eine Mitarbeiterin aus einer Wohnung im Gebäude ausziehen werde.“ Da über die weitere Nutzung dieser Wohnung noch nicht entschieden war und diese genug Platz für eine zweizügige Kita bot, griff die Gemeinde zu.

Laut Bürgermeister Oliver Mesch konnte auf diesem Weg eine „schönere, nachhaltigere Lösung“ realisiert werden. Dazu noch eine mit Einsparpotenzial: Rund 37.000 Euro weniger fallen pro Betriebsjahr an Miete und Pacht an.

Die erforderlichen Umbauarbeiten mussten schnell über die Bühne gehen, denn die Zeit drängte: Ende Januar dieses Jahres standen 19 Kinder für einen Krippenplatz und 15 Kinder für einen Elementarplatz auf der Warteliste, wobei diese Zahlen nur die Aufnahmewünsche für das laufende Jahr abbildeten. Für die zuständige Fachdienstleiterin Rieke Frädrich ist das Thema der fehlenden Kita-Plätze ein Dauerbrenner. Sie sagt: „Auf der Warteliste tritt durch die neue Kita eine erste Entspannung ein.“ Das spiegelt sich in den aktuellen Zahlen wider: Im Krippenbereich sind es inzwischen sechs, im Elementarbereich drei Kinder, die noch auf einen Platz warten.

Auch wenn in den hellen, frisch hergerichteten Räumen der „Bille-Bande“ nichts darauf hindeutet, stellen sie nur eine Übergangslösung dar. In etwa zwei Jahren ist im Zuge der Umsetzung des Bebauungsplans 57 der Wechsel in ein größeres Domizil an der Hamburger Straße geplant. Es soll eine Erweiterung der Einrichtung auf sechs Gruppen ermöglichen. Da die Politik sich im Auswahlverfahren bei diesem Standort für die Lebenshilfe Stormarn als Träger entschieden hatte, hat diese auch das zweizügige Provisorium auf dem Kirchengelände übernommen.

Dort bietet die „Bille-Bande“ zehn Plätze für Ein- bis Dreijährige. Allerdings sind diese sind laut Frädrich schon „nahezu belegt“. Die Verwaltungsmitarbeiterin sagt: „Wir rufen jetzt noch die letzten Eltern auf der Warteliste an.“

In der Elementargruppe könnten hingegen zwölf Drei- bis Sechsjährige betreut werden. Dass die Gruppenstärke derzeit noch nicht voll ausgeschöpft werden kann, liegt daran, dass eine Erzieherstelle bislang nicht besetzt werden konnte. Rieke Frädrich erläutert, warum: „Es gibt einen generellen pädagogischen Fachkräftemangel.“

Kita-Leiterin Svenja Aagard sagt: „Wir sind derzeit noch zu viert, wollen aber ein fünfköpfiges Team werden.“ Pro Gruppe sind zwei Betreuer vorgesehen. Isabel Avci leitet den Bereich Kindertagesstätten bei der Lebenshilfe Stormarn. Sie sagt: „Wir fühlen uns hier sehr willkommen.“ Alle hätten mitgezogen, um den Start am 1. September zu ermöglichen. „Der Endspurt war einfach top“, lobt Avci die Zusammenarbeit.

Auf einer Fläche von 126 Quadratmetern sind Büro, Garderobe, Toiletten, zwei Gruppenräume und der Schlafraum für die Jüngsten untergebracht. Die Sanitäranlagen sind mit unterschiedlich hohen Waschbecken, deren Wasserhähne an Vogelköpfe erinnern, ausgestattet. Windelkinder gelangen über Treppenstufen selbstständig hinauf zur Wickelkommode. Die Küche wurde zum Elementarbereich umgebaut, der Raum durch die Entfernung einer Wand vergrößert. In abgetrennten Bereichen können sich kleine Gruppen zum gemeinsamen Spiel zusammenfinden.

Draußen sind die Arbeiten noch im Gange: Die Umrandung der Sandkästen muss noch kindersicher gemacht und ein Zaun um den Außenbereich, auf dem schon die Spieltürme stehen, gezogen werden. Bis alle Kinder die Kita vollständig in Besitz genommen haben, kann es noch eine weile dauern. Derzeit befinden sich die ersten in der Eingewöhnungsphase, nach und nach sollen weitere hinzukommen. Avci sagt: „In der Regel ist die Eingewöhnungsphase nach drei Wochen abgeschlossen.“ Die Kita hat von acht bis 16 Uhr geöffnet, bietet Eltern flexible Zeitmodelle an.

Die Mitarbeiter hätten Zeit zum Mitgestalten gehabt, so die Bereichsleiterin. Dadurch identifizierten sie sich mit der Einrichtung. Avci: „Wir sehen, wie gut ein Start gelingen kann, wenn die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.“ Für Rieke Frädrich hat sich die Situation zwar entspannt, zufriedenstellend sei sie jedoch nicht. „Wir arbeiten daran, dass jedes Kind einen Kita-Platz bekommt.“