Stormarn
Krebsregister

Lungenkrebs ist bei Frauen die häufigste Krebstodesursache

Die Zahl der Krebserkrankungen durch das Rauchen steigt bei Frauen in Schleswig-Holstein an.

Die Zahl der Krebserkrankungen durch das Rauchen steigt bei Frauen in Schleswig-Holstein an.

Foto: pa Picture-Alliance / Ulrich Baumgarten / picture alliance / Ulrich Baumga

Schleswig-Holstein veröffentlicht Bericht. Das Rauchen führt bei Frauen im Land inzwischen häufiger zum Tod als Brustkrebs.

Stormarn/Kiel. Welche Krebserkrankungen sind in Schleswig-Holstein am häufigsten? Welche nehmen zu, welche nehmen ab? Diese und viele anderen Fragen lassen sich nun mit dem interaktiven Bericht des Krebsregisters Schleswig-Holstein beantworten. Der Bericht wurde in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit anderen Krebsregistern entwickelt und jetzt mit den aktuellen Daten zum Geschehen, zu den 28 häufigsten Krebsneuerkrankungen und den Krebssterbefällen in Schleswig-Holstein veröffentlicht.

Brustkrebs-Sterblichkeit nimmt durch Früherkennung ab

Im Bericht lassen sich unter anderem zwei interessante Entwicklungen ablesen: Die Brustkrebs-Sterblichkeit nimmt konstant ab, insbesondere durch die gute Früherkennung im Land und durch die Einführung neuer Therapien. Zum anderen steigt bei Frauen die Lungenkrebs-Sterblichkeit konstant an, was auf das vermehrte Rauchen bei Frauen zurückzuführen ist.

So ist seit 2015 die häufigste Krebstodesursache bei Frauen nicht länger Brustkrebs, sondern Lungenkrebs (778 Krebssterbefälle in 2016, was einem Anteil von 19 Prozent an allen Krebssterbefällen entspricht). Bei Männern ist die häufigste Krebstodesursache ebenfalls Lungenkrebs (1250 Krebssterbefälle in 2016, was einem Anteil von 25,6 Prozent an allen Krebssterbefällen entspricht).

19.500 Erkrankungen pro Jahr in Schleswig-Holstein

Aufgrund des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes sind in allen Bundesländern klinische Krebsregister eingerichtet worden. Diese sammeln die Daten zum Auftreten, zur Behandlung und zum Verlauf der Krebserkrankungen aller im jeweiligen Bundesland behandelter Patienten und werten diese aus.

Sie stellen somit die Grundlagen für Qualitätssicherung und Forschung bereit. Im nördlichsten Bundesland treten etwa 19.500 neue Krebserkrankungen pro Jahr auf, davon etwa 10.300 bei Männern und etwa 9200 bei Frauen. In Deutschland ist Krebs nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache.