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Ärger

Feier auf Parkdeck besorgt einige Anlieger in Reinbek

Hier soll die Party steigen: das Parkdeck des Reinbeker Rathauses.

Hier soll die Party steigen: das Parkdeck des Reinbeker Rathauses.

Foto: Susanne Tamm

Junge Leute treffen sich am Rathaus. Jugendbeauftragter beruhigt: „Wir organisieren kein Besäufnis, sondern eine Party“.

Reinbek. Drei junge Männer sind gespannt auf Sonnabend, 17. August: Eric Lemmermann, Melvin Mühlmann und Nico Garming oder „LM’n’G“, wie sie sich nennen, organisieren eine Open-Air-Party auf dem Parkdeck hinter dem Rathaus. Ulrich Gerwe, der Jugendbeauftragte der Stadt, unterstützt sie dabei, wartet auf die Genehmigung durch das Ordnungsamt. „Sobald wir die haben, informieren wir die Anwohner“, sagt er.

Hochprozentiges darf nicht konsumiert werden

Er hoffe, dass die Nachbarn in Kürze benachrichtigt werden können. Denn tatsächlich regt sich Unmut bei einigen Anwohnern in der Umgebung. Hintergrund ist, dass sie sich von einer Gruppe junger Leute belästigt fühlten. Diese hätten kürzlich Glasscherben auf dem Parkdeck hinterlassen, die umliegenden Rabatten als Toiletten missbraucht. Auch sorgen sie sich, dass sich die jungen Leute durch die Party in ihrer Ortswahl bestärkt fühlten und wieder zurückkehren.

„Wir werden einen Sicherheitsdienst haben“, stellt Ulrich Gerwe klar. „Wir wollen ein Zeichen für den Jugendschutz setzen. Das heißt, wie bei unseren anderen Veranstaltungen auch arbeiten wir mit Einlasskontrollen. Harte alkoholische Getränke dürfen nicht mitgenommen werden. Und die wird es bei uns selbstverständlich auch nicht geben. Wir organisieren kein Besäufnis, sondern eine nette Party für Jugendliche“, sagt Ulrich Gerwe.

Für maximal 150 Gäste steht ein Toilettenwagen bereit

Auch Livemusik sei nicht geplant. Der Geräuschpegel werde begrenzt. Die Zahl der genehmigten Gäste bewege sich zwischen 100 und 150. Die Grünanlage auf der Terrasse, der „heilige Rasen“, wie Ulrich Gerwe ihn scherzhaft nennt, sei für die Partygänger tabu. Auch für einen Toilettenwagen wollen die Organisatoren sorgen: „Wir haben am Rathaus sogar einen Anschluss dafür“, sagt der Jugendbeauftragte. Denn die sanitären Anlagen im Rathaus sollen die Partygäste ebenfalls nicht nutzen.

Die jungen Partymacher haben bereits Erfahrungen gesammelt: Sie haben auch die Abi-Feier des Abschlussjahrgangs am Mühlenredder mit etwa 150 Gästen ausgerichtet. Die Stadt hatte wegen der Asbestkrise die BeGe dafür bereitgestellt. Als Gruppe sind sie jetzt dem Stadtjugendring beigetreten und hoffen nicht nur auf gutes Wetter, sondern auch auf ein nettes Klima in der Nachbarschaft. Ulrich Gerwe gibt zu bedenken: „Jugendliche werden immer mehr an den Rand gedrängt.“