Stormarn
Barsbüttel

Politik verhindert Bau von Solaranlage auf Tennisclub-Dach

DEB-Chef Ove Burmeister (l.) und der Vereinsvorsitzende Helmuth Benkel sind von der Politik ausgebremst. Sie dürfen keine Solaranlage auf dem Hallendach errichten.

DEB-Chef Ove Burmeister (l.) und der Vereinsvorsitzende Helmuth Benkel sind von der Politik ausgebremst. Sie dürfen keine Solaranlage auf dem Hallendach errichten.

Foto: HA

Tennisclub Barsbüttel ist enttäuscht, weil Politiker eine Solaranlage auf der Halle ablehnen. Dabei gab es zuletzt positive Signale.

Barsbüttel.  Der Tennisclub Barsbüttel (TCB) darf auf seinem Hallendach keine Fotovoltaikanlage bauen. Darauf verständigten sich die örtlichen Politiker im nichtöffentlichen Teil der Gemeindevertretersitzung. Der Verein ist auf ihre Zustimmung angewiesen, weil seine Anlage auf einem der Kommune gehörenden Erbbaugrundstück steht. Zuletzt hatte alles auf ein positives Votum hingedeutet. Nun machten die Entscheider jedoch eine Rolle rückwärts.

Dementsprechend sauer reagierte der Vereinsvorsitzende Helmuth Benkel. „Ich bin schwer enttäuscht. Das widerspricht allen uns bisher zugetragenen Signalen “, sagte er dem Abendblatt., zumal der Club den Vorstellungen der Politiker vollumfänglich entsprochen habe. „Es hätte nur Gewinner gegeben.“

Benkel war schon vor Monaten an die Gemeinde mit dem Öko-Strom-Projekt herangetreten. Dieses hatte er in Partnerschaft mit der Firma „DEB Deutsche Energie Beratung“ geplant. Sie wollte die 235.000 Euro teure und 1500 Quadratmeter große Solaranlage bauen und Parzellen an Investoren verkaufen. Ausgemacht war, dass der Club 20.000 Euro für 25 Jahre Dachverpachtung erhält und anschließend eine Miete im Jahresintervall.

Barsbüttel muss zahlen, wenn sich der Verein auflöst

Ein Vertragsentwurf Benkels – Gemeinde, Verein und Unternehmen müssen unterschreiben – stieß bei den Parteien nicht auf Wohlwollen. Der Knackpunkt waren 30.000 Euro für den Abbau der Module und zu zahlen von Barsbüttel an den Anlagenbauer, falls der Club zerfällt. Dann nämlich wäre die Halle Eigentum der Kommune. Allerdings existiert im aktuellen Vertrag zwischen TCB und Gemeinde auch diese Klausel: Sollte sich der Verein auflösen oder Insolvenz anmelden, müsste Barsbüttel zum Ausgleich der geschaffenen Werte durch den Club zwei Drittel des Verkehrswertes zahlen – um etwa Verbindlichkeiten zu bedienen. Der Wert setzt sich unter anderem aus Halle, Außenplätzen und Vereinsheim zusammen, liegt bei rund einer Million Euro.

Die im überarbeiteten Kontrakt gefasste Regelung sah vor, die 30.000 Euro von der Ausgleichszahlung der Gemeinde abzuziehen. Somit wären weitere Kosten für Barsbüttel ausgeschlossen. Damit waren viele Politiker einverstanden und sagten noch vor Kurzem im Abendblatt dem Tennisclub ihre Unterstützung zu. Ihre Ausführungen waren so deutlich, dass es keinen Zweifel für eine Mehrheit in der Gemeindevertretung gab. Jene hat das Projekt nun aber begraben.

SPD-Fraktionschef will Rücksprache mit dem Bürgermeister halten

Zu den Beweggründen wollen sich Entscheidungsträger nicht detailliert äußern. Grünen-Fraktionschef Joachim Germer sagt nur: „Der Vertrag hat sich als nicht ausgereift erwiesen.“ Rainer Eickenrodt, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft Bürger für Barsbüttel (BfB), die stärkste politische Kraft in der Gemeinde ist, verliert nur wenige Worte: „Ich habe keine Idee, wie es weitergehen kann.“ SPD-Fraktionschef Hermann Hanser hat nicht an der Gemeindevertretersitzung teilgenommen. Er sagt: „Über die Entscheidung bin ich verwundert.“ Der Politiker will am Montag mit Bürgermeister Thomas Schreitmüller Rücksprache halten.

Nach Abendblatt-Information haben die Gremiumsmitglieder den Vertrag als zu ungünstig für den Tennisverein bewertet, gerade im Verhältnis zu möglichen Gewinnen der Investoren.