Stormarn
Vandalismus

Reinbek: 540.000 Euro für demolierte Wohnungen

„In den Obdachlosenunterkünften sieht es ähnlich aus“, sagt Reinbeks Bauamtsleiter Sven Noetzel

„In den Obdachlosenunterkünften sieht es ähnlich aus“, sagt Reinbeks Bauamtsleiter Sven Noetzel

Foto: HA

Flüchtlinge richten hohe Schäden an. Stadt beendet Zusammenarbeit mit der Awo und will Betreuung ab 2019 selbst regeln.

Reinbek.  Durchlöcherte Türen, zerlegte Einbauküchen und zerstörte Toiletten: In rund einem Drittel der 50 Wohnungen, die Reinbek in den vergangenen vier Jahren für Flüchtlinge angemietet hat, wurde enormer Schaden durch die Bewohner angerichtet. Die Renovierungen kosten die Stadt rund 540.000 Euro. Für die Betreuung der Menschen ist unter anderem die Arbeiterwohlfahrt (Awo) zuständig. Mit deren Tätigkeit sind die Politiker unzufrieden und haben die Zusammenarbeit über das Jahresende hinaus nicht verlängert.

Der Hauptausschuss beschloss auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig, dass die Stadt die Menschen aus Kriegs- und Krisenregionen künftig in Eigenregie betreut. Dafür werden in der Verwaltung drei Vollzeitstellen geschaffen.

Wohlfahrtsverband erhält für Dienste 685.000 Euro

„Offenbar konnten einige Flüchtlinge von den Awo-Betreuern, Kulturvermittlern und Ehrenamtlichen nicht zu einem pfleglichen Umgang mit den Wohnungen angeleitet werden“, sagt Heinrich Dierking, Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft Forum 21. Reinbek hat der Arbeiterwohlfahrt binnen vier Jahren rund 685.000 Euro für die Begleitung von Flüchtlingen bezahlt. Einen Vertrag zwischen den Partnern gibt es nicht. Das lassen die städtischen Richtlinien zu. Das Kooperationsprojekt war bis zum 31. Dezember dieses Jahres befristet. „Der Zustand der Wohnungen ist für uns nicht überraschend. In den Obdachlosenunterkünften sieht es ähnlich aus“, sagt Bauamtsleiter Sven Noetzel. In Reinbek leben derzeit rund 500 Flüchtlinge.

Anderenorts wie zum Beispiel in Glinde sind die Schäden in Flüchtlingswohnungen deutlich geringer. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren 30.000 Euro für Renovierungen ausgegeben“, sagt Bernd Mahns, Leiter des Amtes für Bürgerservice. In zwei Fällen habe es Vandalismus gegeben. „Und in zwei weiteren hat sich Schimmel durch falsche Belüftung gebildet.“