Stormarn
Neue Zahlen

Arbeitslosigkeit in Stormarn im Oktober leicht gestiegen

Heike Grote-Seifert ist Chefin der Bundesagentur für Arbeit in Bad Oldesloe

Heike Grote-Seifert ist Chefin der Bundesagentur für Arbeit in Bad Oldesloe

Foto: Lutz Wendler

Zahlen etwas höher als im September, aber immer noch deutlich besser als im Vorjahr. Ferien könnten der Grund sein.

Bad Oldesloe.  Im Oktober hat die Zahl arbeitsloser Menschen im Kreis Stormarn im Vergleich zum Vormonat um 45 zugenommen und liegt jetzt bei 3991. Die Arbeitslosenquote ist in der Folge um 0,1 Prozentpunkt gestiegen und beträgt aktuell 3,1 Prozent. Trotz des Anstiegs verzeichnet die Agentur für Arbeit Bad Oldesloe damit die niedrigste Arbeitslosenquote im Kreis Stormarn in einem Monat Oktober seit Erhebung der Arbeitslosendaten auf Kreisebene 1997. Vor einem Jahr waren noch 4181 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 190 mehr als aktuell. Die Arbeitslosenquote lag seinerzeit bei 3,3 Prozent.

„Trotz des leichten Anstiegs der Arbeitslosigkeit in diesem Monat präsentiert sich der Arbeitsmarkt weiterhin in guter Verfassung“, sagt Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit in Bad Oldesloe. „Wir stellen regelmäßig fest, dass die Unternehmen über die Ferienwochen weniger neue Mitarbeiter einstellen. Daher haben sich in diesem Monat in der Summe weniger Menschen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet als neu hinzugekommen sind.“

Fast 600 neue Stellen gemeldet

Die Unternehmen seien unverändert auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. „Fast 600 neue Stellen haben sie uns in diesem Monat gemeldet, dreizehn Prozent mehr als im September. Dies lässt die Gesamtzahl der Stellen auf ein neues Jahreshoch steigen.“

Auch wenn die Unternehmen in diesem Monat ferienbedingt weniger eingestellt haben, bleiben sie auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter haben sie nach Angaben der Arbeitsagentur im Oktober 599 neue sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Das sind 70 mehr als im Vormonat. „Damit sind aktuell insgesamt 2402 sozialversicherungspflichtige Stellen im Kreis Stormarn zu besetzen, über 20 Prozent mehr gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres“, so Grote-Seifert. Die meisten neuen Mitarbeiter werden im Bereich Handel, Gesundheits- und Sozialwesen, Verkehr und Lagerei, im verarbeitenden Gewerbe und der Arbeitnehmerüberlassung gesucht.

Wer keine Ausbildung hat, ist häufiger arbeitslos

Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung sind nach Erfahrungen der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen als die mit Berufsabschluss. Und sie benötigen meistens auch länger, einen neuen Job zu finden. „Ihr Anteil an allen Arbeitslosen liegt im Kreis Stormarn bei 47,6 Prozent. Damit fehlt fast jedem zweiten Jobsuchenden ein Berufsabschluss“, sagt die Agenturchefin. „Vor dem Hintergrund des sich wandelnden Arbeitsmarktes, der zunehmend ausgebildete Fachkräfte benötigt, setzen wir unverändert auf die Qualifizierung derer, die keinen Abschluss haben.“

Hierzu gebe es die Initiative „Zukunftsstarter“, mit der die Bundesagentur für Arbeit bei jungen Erwachsenen zwischen 25 und 35 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung verstärkt dafür wirbt, einen Berufsabschluss nachzuholen. „Für sie lohnt es sich auf jeden Fall, noch einmal eine Berufsausbildung in Betracht zu ziehen“, sagt Grote-Seifert. „Die Vorteile eines Berufsabschlusses liegen klar auf der Hand: die Nachhaltigkeit von Beschäftigung ist deutlich höher, die Bezahlung besser und die Aufstiegschancen größer“, wirbt Grote-Seifert. Auch Unternehmen können „Zukunftsstarter“ werden, indem sie einen Umschüler ausbilden und so ihren Fachkräftebedarf decken. „Wie das geht und wie wir dabei unterstützen können – dazu berät unser Arbeitgeber-Service gerne“, ergänzt die Agenturchefin.

Mehr Flüchtlinge unter den Arbeitslosen

Von den derzeit 3991 arbeitslosen Menschen in Stormarn sind 575 Flüchtlinge, 65 mehr als im Vormonat. Insgesamt werden von der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter Stormarn aktuell 1398 geflüchtete Menschen betreut. Der Großteil von ihnen besucht aber einen Sprach- oder Integrationskursus oder eine der berufsvorbereitenden Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters und gilt damit nicht als arbeitslos.

Nicht als arbeitslos gezählt werden auch Teilnehmer an Weiterbildungsmaßnahmen, Arbeitsgelegenheiten oder Arbeitsuchende, die derzeit arbeitsunfähig erkrankt sind. Sie alle werden zusätzlich zu den arbeitslos gemeldeten Menschen in der Statistik zur Unterbeschäftigung erfasst, die die Agentur für Arbeit ebenfalls monatlich veröffentlicht. „Die Unterbeschäftigung zeigt, wie viele Menschen im Kreis Stormarn insgesamt auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind“, erläutert die Agenturchefin. Aktuell beträgt ihre Zahl im Kreis Stormarn 5728. Dies sind 247 oder 4,1 Prozent weniger als im Oktober des vergangenen Jahres.