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Kulturprogramm

Ahrensburg zeigt Flagge gegen Ausgrenzung

Im Marstall ist Kabarettist Özgür Cebe mit seinem Programm „Born in the BRD“ zu Gast

Im Marstall ist Kabarettist Özgür Cebe mit seinem Programm „Born in the BRD“ zu Gast

Foto: Andreas Wosnitza

Beim interkulturellen Herbst machen Kabarettist, Autoren und Musiker „Vielfalt tut gut“ zum Motto. Termine von September bis Dezember.

Ahrensburg.  Als gelungen integriert würde sich Özgür Cebe wohl kaum bezeichnen. Der in Bielefeld geborene und in Bonn aufgewachsene Schauspieler und Stand-up-Kabarettist („Alarm für Cobra 11“, „Lindenstraße“, „Was guckst du?!“) hat türkische, armenische und kurdische Wurzeln. Das Spannungsfeld zwischen dem, was als deutsch und was als fremd empfunden wird, macht er in seinem Programm „Born in the BRD“ zum Thema im Ahrensburger Marstall (Lübecker Straße 8). Termin ist am Montag, 10. September. Karten gibt es im Vorverkauf zu 22/18 Euro bei der Buchhandlung Stojan (Hagener Allee 3 a).

„Wisst ihr, wo es die höchste genetische Vielfalt gibt? In Afrika“, lautet eine Passage darin. „Wir Menschen stammen ausnahmslos aus Afrika ab, das heißt: Auch weiße Rassisten waren früher einmal schwarz.“ Er gehöre „mitten rein und niemals an den Rand“, sagt Cebe, bei dem Extremisten jedweder Form ihr Fett abbekommen, egal ob es sich um Rassisten oder Islamisten handelt.

Am Auftaktabend gibt’s eine Physikshow und ein Konzert

Einen differenzierten Ansatz verfolgt auch das Netzwerk Migration & Integration in Ahrensburg. Das Aktionsforum aus Bürgern verschiedener Herkunft, Organisationen, Arbeitskreisen und Initiativen macht die kulturelle Vielfalt der Schlossstadt öffentlich sichtbar – überparteilich und konfessionell ungebunden. „Wir wollen dazu beitragen, dass in Ahrensburg unter Würdigung der Gleichheit aller Menschen die bestehenden Unterschiede geachtet werden“, heißt es in seiner Broschüre mit dem Programm des Interkulturellen Herbsts, das unter der Überschrift „Vielfalt tut gut“ steht.

33 Termine in der Zeit von September bis Dezember sind darin aufgelistet: Konzerte, Feste, Lesung, Kabarett, Begegnungen, Aktionen, Vorträge, Spiele und Filmvorführungen. Vielfalt auch bei den Veranstaltungsorten: darunter Stadtbücherei, Kulturzentrum Marstall, Jüdischer Friedhof, Kinderhaus Blauer Elefant, Bruno-Böker-Haus, Moschee und die Gärten der Begegnung in Gartenholz.

Für Kinder: Aktionswoche und Konzert in Bücherei

Zum Auftakt kommen „Die Physikanten“ mit ihrer fulminanten Show in die Stadtbücherei (Manfred-Sarmusch-Straße 3) am Sonnabend, 1. September, 19.30 Uhr. Dazu gibt’s das Konzert der Kieler Safarband, die sich in Ahrensburg bereits eine kleine Fangemeinde erspielt hat. Eintritt: zwölf Euro. Auch für die jüngeren Ahrensburger hat das Programm einiges zu bieten. Das klassische Konzert „Schwanensee“ mit Musik, Text und Bild ist auf Kinder zugeschnitten. Sonntag, 2. September, 16 Uhr, Stadtbücherei. Karten zu neun Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder können hier im Vorverkauf erworben werden.

Auch wenn der Titel anderes vermuten lässt, ist das Interkulturelle Frauen-Tanz-Fest in der Reithalle des Marstall am Freitag, 14. September, für alle gedacht. Geboten werden Bauchtanz, Zumba, Disco, Flamenco, mexikanische Tänze. Eintritt frei. Veranstalter sind der TanzTreff für Frauen und das Expertinnern Netzwerk Ahrensburg.

Kulturelle Begegnungen beim Essen, Spielen und Feiern

Gleich an drei Terminen ermöglicht die Kochschule „la cuisine“ internationale kulinarische Begegnungen an der langen Tafel des Kulturzentrums Marstall. Ganz nach dem Motto „Jeder bringt etwas mit, alle teilen“ begegnen Menschen einander beim Essen auch zwischenmenschlich. Wie nebenbei können Gespräche entstehen, Kontakte geknüpft werden. Termine sind jeweils Sonntag, 16. September, 21. Oktober und 9. Dezember, 18 Uhr.

Das komplette Programm gibt’s im Internet zum Herunterladen auf der Homepage des Netzwerks unter www.netzwerk-migration-integration.de unter dem Menüpunkt „Aktuell“. Dort sind auch die jeweiligen Vorverkaufsstellen aufgelistet.

Interkultureller Herbst Die Broschüre liegt zur kostenlosen Mitnahme aus in der Volkshochschule, Peter-Rantzau-Haus, im Büro des Freundeskreises für Flüchtlinge an der Rudolf-Kinau-Straße 13 und der Stadtbücherei.