Stormarn
Herpesvirus

Rinderseuche: Keine weiteren Infektionen festgestellt

Ein einmal infiziertes Tier ist lebenslang Virusträger und kann andere Rinder anstecken

Ein einmal infiziertes Tier ist lebenslang Virusträger und kann andere Rinder anstecken

Foto: Carsten Rehder / dpa

Kieler Landesregierung gibt nach Ausbruch vorläufig Entwarnung. Betroffene Betriebe müssen gerenigt und desinfiziert werden.

Bad Oldesloe.  Nach dem Ausbruch der Rinderseuche BHV 1 in Schleswig-Holstein hat die Kieler Landesregierung am Montag vorläufig Entwarnung gegeben. „Ich bin sehr erleichtert, wir haben keine neuen Fälle entdeckt“, sagte Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Im Umfeld der betroffenen Betriebe seien die Ställe intensiv untersucht worden. „Alle Proben waren negativ. Das ist in diesem Fall sehr positiv.“

Das Bovine Herpesvirus 1 war auch in zwei Ställen in Stormarn nachgewiesen worden, ohne dass hier jedoch ein Tier tatsächlich erkrankte. Es wurden lediglich Antikörper gegen das Virus nachgewiesen. Das Fleisch dieser sogenannten Reagenten muss nicht vernichtet, sondern kann laut Ministerium bedenkenlos verzehrt werden, da der Erreger nicht auf den Menschen übertragbar ist.

Betriebe in Stormarn sind weiterhin gesperrt

Dennoch sind auch die beiden in Stormarn betroffenen Betriebe gesperrt. Sie müssen gereinigt und desinfiziert werden. Alle Tiere, in denen die Antikörper nachgewiesen wurden, werden geschlachtet. Laut Ministerium sind von den insgesamt betroffenen 1800 Rindern bereits mehr als die Hälfte getötet worden. Die Stormarner Kreisverwaltung geht davon aus, dass in Stormarn etwa 800 Tiere geschlachtet werden müssen. Zusätzlich zum Erlös aus dem Fleischverkauf bekommen die Landwirte eine Entschädigung aus dem Tierseuchenfonds und vom Land gezahlt.

BHV 1 ist eine für den Menschen ungefährliche Krankheit, die aber bei Rindern unter anderem zu Lungenkrankheiten führen kann. Ein einmal infiziertes Tier ist lebenslang Virusträger und kann andere Rinder anstecken.