Beschluss

Platznot in Kitas: Ahrensburg kauft jetzt Container

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Auch diese Mütter hatten im Abendblatt den Mangel an Kitaplätzen beklagt (v. l.): Xenia Trupp, Karen Hilbig, Daniela H., Anne Schur und Alexandra Rosendahl

Auch diese Mütter hatten im Abendblatt den Mangel an Kitaplätzen beklagt (v. l.): Xenia Trupp, Karen Hilbig, Daniela H., Anne Schur und Alexandra Rosendahl

Foto: Friederike Deichsler / HA

Auf einem Gelände am Helgolandring im Stadtteil Gartenholz sollen sie Raum für 60 Kinder bieten. Sie kosten 360.000 Euro.

Ahrensburg.  Bei ihren Bemühungen, den hohen und dringenden Bedarf an Kita-Plätzen zu decken, setzen Stadtverwaltung und Politik in Ahrensburg auch auf Container. So hat der Sozialausschuss nun beschlossen, dass auf dem städtischen Grundstück Helgolandring eine Containeranlage für vier Betreuungsgruppen mit 60 Plätzen errichtet und eröffnet werden soll. Die Ausschuss-Mitglieder folgten damit einem Vorschlag der Verwaltung.

Die gebrauchte Anlage mit 36 Containern wurde bislang in Hamburg-Niendorf als Kita genutzt. Sie soll für rund 360.000 Euro von der Stadt gekauft werden. Mit dem Auf- und Umbau als Kita in Ahrensburg einschließlich der Außenanlagen sind insgesamt 750.000 Euro an Kosten eingeplant. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Anlage drei bis fünf Jahre am Helgolandring genutzt werden wird.

Die Container bieten Raum für 20 Plätze im Krippenbereich für Kinder bis zu drei Jahren und für 40 Betreuungsplätze im Elementarbereich für Kinder von drei bis sechs Jahren. Angeliefert werden könnte die Anlage Mitte/Ende Juni, nach Aufbau und Einrichtung könnte sie nach Angaben der Verwaltung im September/Oktober eröffnet werden. Das Grundstück der Stadt am Helgolandring im Stadtteil Gartenholz ist eine Brachfläche, die bislang als Schulerweiterungsfläche vorgesehen war.

In Ahrensburg werden fast 300 Betreuungsplätze fehlen

Die Sitzung des Sozialausschusses war mit rund 50 Zuhörern gut besucht, einige betroffene Eltern meldeten sich in der Einwohnerfragestunde, schilderten ihre Situation und kritisierten den Mangel an Plätzen sowie fehlende Informationen seitens der Stadt. Stadtjustiziar Thomas Reich antwortete auf die Frage eines Vaters, dass nach aktuellem Stand zum 1. August 134 Krippenplätze und kein Elementarplatz fehlten, zum 31. Dezember dieses Jahres seien es 160 Krippen- und 112 Elementarplätze.

Angesichts des drängenden Themas berichtete die Verwaltung auch über angedachte Betreuungsprojekte. Demnach prüft die Stadt unter anderem, die derzeit von der Grundschule Reesenbüttel genutzten Container weiter für Kita-Plätze zu nutzen, am Standort der Fritz-Reuter-Schule bis 2022 eine Kita zu bauen und die Kitas Stadtzwerge und Aalfang aufzustocken. Von SPD und WAB kamen dazu die Vorschläge, erneut über Kitas in den Neubaugebieten Erlenhof-Nord und -Süd nachzudenken.

Nicht umgesetzt wird die Idee, den Bewegungsraum der Kita Gartenholz am Langeneßweg 4 a vorübergehend für eine Betreuungsgruppe mit 20 Kindern zu nutzen. Dies hatte bei Eltern zu Protesten auch im Sozialausschuss geführt. Laut Verwaltung hat sich nun ergeben, dass der Bewegungsraum für die Betreuungsplätze nicht geeignet ist.

( cit )

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