Stormarn
Baumfällarbeiten

Bäume am Bahndamm in Großhansdorf müssen fallen

Bauamtsleiter Stefan Kroll (l.) und Förster Andreas Körber besprechen am Wöhrendamm die Details der Baumfällarbeiten

Bauamtsleiter Stefan Kroll (l.) und Förster Andreas Körber besprechen am Wöhrendamm die Details der Baumfällarbeiten

Foto: Harald Klix / HA

Försterei sägt bis zu 160 Jahre alte Buchen am Wöhrendamm ab. Im Dezember 2013 ließ ein umgestürzter Stamm eine U-Bahn entgleisen.

Grosshansdorf.  Sie stehen seit 160 Jahren an der Straße Wöhrendamm in Großhansdorf, sind bis zu 30 Meter hoch – und eine potenzielle Gefahr für den U-Bahnverkehr. Deshalb kommen die Laubbäume jetzt weg. „Aus Sicherheitsgründen lassen wir alle Altbäume fällen“, sagt Andreas Körber, Chef der zuständigen Försterei Lütjensee bei den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Von Montag bis Mittwoch, 17. bis 19. Oktober, rücken die Arbeiter mit schwerem Gerät an.

„Trotz regelmäßiger Kontrollen bleibt immer ein Restrisiko, dass im Sturm Bäume auf die Gleise stürzen“, sagt Förster Körber. „Wir können ja nicht in die Stämme hineinschauen.“ So habe die Buche, die am 5. Dezember 2013 im Orkan „Xaver“ quer über die Schienen fiel, völlig gesund ausgesehen. Eine U-Bahn durchtrennte damals den Stamm, entgleiste und prallte gegen die Brücke am Waldreiterweg. Die sechs Mitfahrer und der Zugführer kamen mit dem Schrecken davon. „Erst danach stellte sich heraus, dass die Baumwurzel von Pilzen befallen war“, sagt Körber. Die Reparatur von Waggon und Brücke kostete knapp eine Million Euro.

Bäume sind bereits mit einem Querstrich gezeichnet

Mit der Fällaktion wollen die Landesforsten und die Hamburger Hochbahn AG verhindern, dass sich ein solches Unglück mit womöglich schlimmeren Folgen wiederholt. Die Bäume, die an dem knapp 200 Meter langen Bahndamm zwischen Waldreiterweg und Wilhelm-Siegel-Weg wegkommen, sind bereits mit einem roten Querstrich gekennzeichnet.

„Auf unserem Areal werden zwölf große Buchen gefällt“, sagt Andreas Körber. Weitere Bäume trifft es auf dem Abschnitt an der Brücke, der der Hochbahn gehört. Ein rund 26 Tonnen schwerer Fällkran, der sich auf Gumminoppen bewegt, greift sich die Kronen in acht Meter Höhe und sägt sie ab. „Dann kommen sie sofort in einen mobilen Häcksler, der dank eines vorgelagerten Spalters bis zu 1,80 Meter Durchmesser verarbeitet“, sagt Körber.

U-Bahn-Strecke ist nur noch bis 20. Oktober gesperrt

Anschließend werden die Stämme abgesägt und an den Waldreiterweg transportiert. „Dort bleiben sie erst mal, da wir das Holz verkaufen wollen“, sagt Körber. Die größten Schwierigkeiten könnte nach seiner Einschätzung das Laub bereiten. „Das macht die Krone bis zu doppelt so schwer“, sagt Körber, „das Gewicht unterschätzt man schnell.“

Aus diesem Grund sei er grundsätzlich kein Freund davon, Fällarbeiten vor dem Laubfall zu erledigen. In Großhansdorf gebe es aber keine Alternative, da die U-Bahnstrecke nur noch bis einschließlich 20. Oktober gesperrt sei und deshalb kein Zugverkehr störe. Körber: „Diese Gelegenheit dürfen wir uns nicht entgehen lassen, die ergibt sich für Jahrzehnte nicht wieder.“

Vier bis fünf Mitarbeiter der Försterei Lütjensee sind die ganze Woche über auf der anderen Seite des Bahndamms im Einsatz. „Auch dort müssen aus Sicherheitsgründen Bäume gefällt und Kronen zurückgeschnitten werden“, sagt Körber. In den Wald kommen die schweren Maschinen nicht hinein, sodass die Stämme auf konventionelle Art abgesägt werden.

Eine Umleitung wird ausgeschildert

Für die Arbeiten muss der Abschnitt der Straße Wöhrendamm inklusive Rad- und Gehweg gesperrt werden. Am Montag betrifft dies das Stück von der Brücke bis zum Waldreiterweg, am Dienstag und Mittwoch folgt der Abschnitt bis zum Wilhelm-Siegel-Weg.

„Eine Umleitung wird ausgeschildert“, sagt der Großhansdorfer Bauamtsleiter Stefan Kroll. Er sorgt sich ein wenig um die Rhododendronbüsche, die die Gemeinde am Straßenrand direkt vor den Bäumen gepflanzt hat: „Hoffentlich werden sie nicht zu stark in Mitleidenschaft gezogen.“