Stormarn
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Feuerwehreinsatz an Großhansdorfer Polizeiwache

Feuerwehrfahrzeuge parken am Mittwochnachmittag vor der Wache am Kortenkamp

Feuerwehrfahrzeuge parken am Mittwochnachmittag vor der Wache am Kortenkamp

Foto: Christian Thiesen / HA

Ehepaar bringt Umschlag mit unbekannter Substanz und Drohung zu den Beamten nach Großhansdorf. Kripo ermittelt die Hintergründe.

Grosshansdorf.  Es ist 14.23 Uhr, als am Mittwoch der Notruf bei der Feuerwehr eingeht. Wenige Minuten später sind Feuerwehrleute mit ihren Fahrzeugen aus Großhansdorf, Ahrensburg und des Löschzuges Gefahrgut an der Polizeiwache in Großhansdorf an der Straße Kortenkamp 18. Sie sperren die Straße und die Umgebung der Wache ab. Diese wird für Besucher geschlossen.

Der Grund für den Einsatz bei der Polizei: Weißes Pulver in einem Briefumschlag. Den hat ein Ehepaar aus Großhansdorf um 11.45 Uhr auf die Polizeiwache gebracht, zusammen mit einem Zettel aus dem Umschlag. Darauf ist in englischer Sprache geschrieben: „Viel Spaß mit diesem Pulver.“ Die Nachricht mit dem Pulver hatte das Ehepaar zuvor im Briefkasten gefunden. Um was für ein Pulver es sich handelt, ist unklar. Als das Ehepaar auf der Wache in Großhansdorf erscheint, ist diese mit zwei Beamten besetzt. Einer hält den Brief für einen Scherz, auch weil die englische Nachricht fehlerhaft geschrieben ist. Er schreibt eine Anzeige wegen Bedrohung, telefoniert aber erst später mit dem Landeskriminalamt (LKA) in Kiel. Dieses rät, die Feuerwehr zu alarmieren.

Die Feuerwehrleitstelle beordert die Wehren aus Ahrensburg und Großhansdorf und den Löschzug Gefahrgut des Kreises nach Großhansdorf. Rund 50 Feuerwehrleute und zehn Fahrzeuge sind im Einsatz. „Wir haben den Bereich um die Wache abgesperrt und das Pulver in Augenschein genommen“, sagt Großhansdorfs stellvertretender Gemeindewehrführer, Thomas Drenckhahn, auf Anfrage des Abendblattes. Um welche Substanz es sich bei dem Pulver handelt, kann auch die Feuerwehr nicht vor Ort feststellen. Die Einsatzkräfte entscheiden, dass die Polizei das Pulver untersuchen soll. Zu diesem Zweck sichert die Feuerwehr das Pulver in einem besonderen Behälter, der für die Aufbewahrung hochansteckender Stoffe geeignet ist. Dieser wird noch in einem Pappkarton verpackt. Das Paket mit dem Pulver bleibt vorerst in der Großhansdorfer Polizeiwache.

„Es bestand und besteht keine Gefahr für die Polizisten in der Wache und die Bürger in Großhansdorf“, sagt Norbert Patzker, Leiter der Polizeistation Ahrensburg, der die Wache in Großhansdorf unterstellt ist. Er ist am Mittwochmittag dorthin zu seinen Kollegen gefahren. Nach seinen Angaben soll am Donnerstag über die Untersuchung des Pulvers entschieden werden. Unter anderem darüber, ob das beim LKA oder in einem privaten Labor geschieht. Zum Hintergrund und Absender des Briefes und der beiliegenden Nachricht hatte die Polizei am Mittwoch noch keine Erkenntnisse. Die Ermittlungen führt vorerst die Kriminalpolizei in Ahrensburg.

Während des Feuerwehreinsatzes und der Sperrung rund um die Polizeiwache kam es zu Verkehrsbehinderungen an den Straßen Kortenkamp und Papenwisch. Um etwa 16 Uhr rückte die Feuerwehr wieder ab und die Wache wurde wieder geöffnet.