Stormarn
Busnahverkehr

Reinbek: Grünes Licht für neue Buslinie ins Gewerbegebiet

Das Gewerbegebiet Haidland in Reinbek ist mittlerweile stark gewachsen

Das Gewerbegebiet Haidland in Reinbek ist mittlerweile stark gewachsen

Foto: aufwind-luftbilder, Weitzel / aufwind-luftbilder

Der 536-er verbindet den Bahnhof mit dem Senefelder Ring. Start im Dezember angedacht. Elf Firmen beteiligen sich an der Finanzierung.

Reinbek.  Das Gewerbegebiet Haidland in Reinbek ist kräftig gewachsen. Menschen, die in der Straße am Senefelder Ring arbeiten und den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen, haben jedoch nicht die Möglichkeit, vor der Tür in einen Bus zu steigen, der sie direkt zum S-Bahnhof der Stadt bringt. Das wird sich voraussichtlich ändern. Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember dieses Jahres soll die Linie 536 den Betrieb aufnehmen. Die Kommunalpolitiker gaben dem Vorhaben jetzt grünes Licht. An der Finanzierung beteiligen sich auch Unternehmen.

Der Bus startet an der S-Bahnstation in Reinbek, führt über die Innenstadt sowie Schulstraße und Gutenbergstraße bis zum Senefelder Ring. Haltestellen sind zudem an der Hermann-Körner-Straße und der Borsigstraße geplant. Somit sind auch das Freizeitbad und der Sport-Park mit seinen Tennis-, Squash- und Badmintonplätzen sowie Bowlingbahnen angebunden. Der 536-er soll von montags bis freitags in den Hauptverkehrszeiten zwischen 6 und 9 Uhr sowie 15 und 18 Uhr im 30-Minuten-Takt unterwegs sein, ansonsten stündlich.

Nach zwei Jahren soll der Kreis Stormarn zahlen

Der Ausschuss für Umwelt und Verkehrsplanung beschloss jetzt, dass sich die Stadt während der sogenannten zweijährigen Anschubphase mit 29.000 Euro pro Jahr an den Kosten beteiligt und mit dem Kreis Stormarn eine Finanzierungsvereinbarung geschlossen wird. Dem muss noch die Stadtverordnetenversammlung zustimmen.

Den Zuschussbedarf für die Linie 536 während der ersten beiden Jahre abzüglich der voraussichtlichen Einnahmen schätzt der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) auf rund 114.000 Euro. Diese Summe muss Reinbek nicht allein schultern, weil im Gewerbegebiet ansässige Firmen sich bereit erklärt haben, 57.000 Euro beizusteuern. „Unser Wirtschaftsbeauftragter Michael Pohle konnte dafür elf Unternehmen gewinnen“, sagt Reinbeks Bauamtsleiter Sven Noetzel.

Kreispolitiker müssen noch abstimmen

Angedacht ist, dass der Kreis Stormarn nach einer erfolgreichen Anschubphase die Linie 536 in sein Grundangebot aufnimmt und sie voll finanziert. Bevor der erste Bus von der S-Bahnstation Richtung Senefelder Ring abfährt, müssen auch noch die Kreispolitiker in Bad Oldesloe ihr Einverständnis geben. Der Kreisverkehrsausschuss hatte sich schon im Juni 2014 mit der Buslinie ins Gewerbegebiet beschäftigt und einem grundsätzlichen Konzept zugestimmt. Reinbeks Politiker sahen im März vergangenen Jahres aber davon ab, Geld für das Projekt zur Verfügung zu stellen. Zuerst sollte geprüft werden, ob sich Firmen beteiligen. Das ist geschehen.

„Die neue Busverbindung ist sehr wichtig, weil die Betriebe im Gewerbegebiet viele Mitarbeiter haben“, sagt SPD-Fraktionschef Volker Müller. In der Verwaltungsvorlage heißt es: „Bei der Rekrutierung von Auszubildenden und Fachkräften spielt die ÖPNV-Erreichbarkeit heute tendenziell eine größere Rolle als in der Vergangenheit.“

Im April kommenden Jahres zieht auch das Jobcenter Reinbek mit seinen 45 Beschäftigten in den Senefelder Ring. Dort entsteht gerade für vier Millionen Euro ein dreistöckiges Gebäude mit 1400 Quadratmeter Fläche, das vom Jobcenter für 15 Jahre gemietet wird.