Stormarn
Verabschiedung

Martina Tabel feiert Abschied nach 26 Jahren Abendblatt

Landrat Klaus Plöger mit Gastgeberin Martina Tabel

Landrat Klaus Plöger mit Gastgeberin Martina Tabel

Foto: Birgit Schücking

Martina Tabel, langjährige Redakteurin bei der Stormarn-Ausgabe, hört auf. Aber nur in der Redaktion. Denn sie hat schon wieder Pläne.

Ahrensburg.  Viel, sehr viel, hat man gehört und gelesen von ihr, im Kreis Stormarn. 26 Jahre lang hat Martina Tabel für die Ahrensburger Redaktion des Hamburger Abendblatts gearbeitet. Gearbeitet? Sie hat ihren Beruf als Journalistin gelebt und geliebt. Sie war unermüdlich darin, die Themen zu recherchieren und das Beste aus ihren Texten zu machen. Morgens, nachmittags und sehr häufig auch spätabends hat sie so lange an den Formulierungen gefeilt, bis sie ihr gefielen – und den Lesern umso mehr.

Jetzt, nach 26 Jahren, hat „M.T.“, so ihr Autorenkürzel, den Schritt in die passive Phase der Altersteilzeit gemacht und die tägliche Arbeit in der Redaktion an der Großen Straße beendet. Um sich von den vielen Menschen, mit denen sie in ihrem langen Berufsleben immer wieder Kontakt hatte, immer wieder anregende Gespräche geführt und hier und da auch mal Konflikte ausgetragen hat, zu verabschieden, hat Martina Tabel zum Abschiedsabend ins Ahrensburger Restaurant Casa Rossa geladen.

Ihre Leidenschaft war und ist die Kultur

Viele, sehr viele, folgten der Einladung. Mit dabei waren unter anderem Stormarns Landrat Klaus Plöger, Bargteheides Bürgermeister Henning Görtz mit seinen Amtsleitern, der Chef des Stormarner Kinderschutzbundes Ingo Loeding sowie viele Vertreter aus Politik und Kultur, zum Beispiel Kreiskulturreferentin Tanja Lütje und Regisseurin Caroline Dibbern. Und ein Mann, der zu Tabels ersten Interviewpartnern in Stormarn gehört hatte, der ihr gleich erklärt hatte, wie man überleben kann: Überlebenskünstler und Menschenrechtler Rüdiger Nehberg.

Ein Termin, den die Redakteurin nicht vergessen wird: „Er fragte mich während des Gesprächs plötzlich: Ist Ihnen kalt? Soll ich Ihnen eine Jacke holen? Ein so fürsorglicher Interviewpartner ist mir nie wieder begegnet.“ Geschichten wie diese wusste die 60-Jährige über jeden einzelnen ihrer Gäste zu berichten. Und so lernten alle einander noch ein bisschen besser kennen an diesem Abend. Martina Tabel war, ist und bleibt eine grandiose Netzwerkerin.

Viel, sehr viel, hat Martina Tabel für die Redaktion des Hamburger Abendblatts geleistet und damit auch für die Leser. Ihre Leidenschaft war und ist die Kultur. Sie hat es geschafft, die vielfältigen kulturellen Angebote in der Region in ihren Artikeln so aufzubereiten, dass sie auch jenen schmackhaft gemacht wurden, die sich nicht originär zu den Kulturbegeisterten zählen würden.

Lange Jahre aus Bargteheide berichtet

Für die Regionalausgabe Stormarn des Hamburger Abendblatts hat Martina Tabel auch viele Jahre aus Bargteheide berichtet. Sie, die selbst in Großhansdorf zu Hause ist, hat auch dort jede Menge Kontakte geknüpft, hat die Geschehnisse in der Stadt und die Vorgänge in der Kommunalpolitik intensiv und kritisch begleitet. Sie hat keine Angst anzuecken, und sie hat keine Bedenken, für Dinge, die ihr wichtig sind, flammende Plädoyers zu halten oder zu schreiben. In jedem Fall ist sie eines nicht: belanglos.

Und so verwundert es auch nicht, dass schon bald nach dem Bekanntwerden ihres Ausscheidens aus der Redaktion die Menschen bei ihr quasi Schlange standen, um sie eventuell für die eine oder andere ehrenamtliche Tätigkeit zu gewinnen. Und in der Tat hat Martina Tabel vor, sich weiterhin zu engagieren. Sie hat viele Ideen und zum Teil auch schon sehr konkrete Pläne.

Insofern ist klar: Viel, sehr viel, wird man auch weiterhin hören, im Kreis Stormarn. Wenn auch aus anderer Richtung.