Stormarn
AZ-Regional

Von Dichtung(en) und Wahrheit

„Alles fließt“, philosophierte schon vor mehr als 2500 Jahren der griechische Denker Heraklit. „Alles fließt“ – so lautet auch meine Bilanz der vergangenen 40 Jahre in Bezug auf Phänomene in spanischen Regionen. Nach rund 40 Urlaubsaufenthalten auf den Balearen und Kanarischen Inseln steht für mich fest: Die sind nicht ganz dicht!

Die Rede ist natürlich nicht von den Bewohnern, sondern von Toilettenspülungen. Ob nun in Zwei-, Drei- oder Vier-Sterne-Quartieren, ob in Doppelzimmern oder Apartments – nie stieß ich in all den Jahren auf ein WC, dessen Spülung so funktionierte, wie ich es von zu Hause kenne. Es plümpert, plätschert und tröpfelt ununterbrochen, wenn ich armer Tropf Urlaub mache. Kann sein, dass ich übersensibel bin. Jedenfalls gelang es mir nie, per Hinweis an die Rezeption für Abhilfe zu sorgen.

Allein Mallorca hat 1600 Hotels mit 290.000 Betten. Rechnen wir mal vorsichtig mit 100.000 WCs, durch die jeweils stündlich und sparsam kalkuliert ein Liter Wasser fließt, weil die Dichtung nicht ganz dicht ist, so kommen wir auf 2,4 Millionen Liter pro Tag. Und da ja jammern die Insulaner ernsthaft über Wasserknappheit?

Bei der Rückkehr nach Hause denke ich, wie es wäre, wenn unsere Installateure spanischen Hoteliers Klo-Patenschaften anböten. Doch wenig später das: Auch mein Heim-WC plätschert nach dem Spülvorgang weiter. Olé! Oje! Immerhin ist es mir mit Bordmitteln (dreimal spülen) gelungen, die Dichtung dichtzumachen.