Stormarn
Konjunktur

Umfrage: „Wirtschaft im Norden ist zufrieden“

Verband Südholsteinische Wirtschaft v.l. Oliver Franke , Nicole Marquardsen , Michael Voigt

Verband Südholsteinische Wirtschaft v.l. Oliver Franke , Nicole Marquardsen , Michael Voigt

Foto: Julia Sextl

Laut Konjunkturumfrage des Verbands VSW stellen Unternehmen wieder mehr Mitarbeiter ein. Das wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus.

Glinde.  Der Großteil der Unternehmen im Norden ist mit der wirtschaftlichen Situation zufrieden. Davon jedenfalls geht der VSW (Verband Serviceorganisation der Wirtschaftsregionen Holstein und Hamburg VSW) mit Sitz in Glinde aus und beruft sich auf die aktuelle Konjunkturumfrage des Verbands. Die Mitglieder sind unter anderem nach Auftragslage und Mitarbeiterzahl, nach der abschlagsfreien Rente mit 63 und dem Mindestlohngesetz gefragt worden. Von rund 340 angeschlossenen Firmen, die größtenteils in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg sowie in Hamburg ansässig sind, haben sich 33 Prozent beteiligt. VSW-Geschäftsführerin Nicole Marquardsen misst dem Ergebnis repräsentativen Charakter bei.

„Knapp 55 Prozent der Unternehmen beurteilten ihre Situation im Verhältnis zum Vorjahr als gleichbleibend gut“, sagt der Verbandsvorsitzende Michael Voigt. Gut 30 Prozent stellten sogar eine Verbesserung fest. So erklärten mehr als 80 Prozent der Befragten, dass auch ihre Auftragslage gegenüber dem Vorjahreszeitraum besser sei oder zumindest gleichbleibend gut. 37 Prozent der teilnehmenden Mitglieder gehen davon aus, dass sich die Auftragslage im zweiten Halbjahr 2015 weiter verbessert. 35 Prozent der Unternehmen wollen zudem ihre Investitionen im Vergleich zum Vorjahr steigern.

Überraschendes Ergebnis zum Punkt Rente mit 63

Die wirtschaftliche Situation wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus: „Knapp 40 Prozent der befragten Unternehmen haben ihre Mitarbeiterzahl in den vergangenen sechs Monaten erhöht“, sagt der stellvertretende VSW-Vorsitzende Oliver Franke. „Und auch in der zweiten Jahreshälfte wollen 30 Prozent der Unternehmen weiter einstellen.“

Überraschend sei das Ergebnis zum Punkt Rente mit 63 gewesen. „Nur wenige Arbeitnehmer haben diese Möglichkeit in Anspruch genommen“, sagt Verbandschef Voigt. Bei im Durchschnitt 135 Mitarbeitern pro Unternehmen seien es je maximal fünf Arbeitnehmer gewesen. „Darüber sind wir sehr froh“, sagt VSW-Vize Franke. „Denn gerade die älteren Mitarbeiter sind in den Betrieben die Wissensträger. Sie sind enorm wichtig.“ Das Mindestlohngesetz und die damit verbundene Aufzeichnungspflicht hingegen empfinden viele Betriebe als Belastung. (sx)