Stormarn
Leserbriefe an die Redaktion

Leserbriefe an die Redaktion

Fast schon lobbyistisch

28. Januar: „Bauer wirft Bürgerinitiative Panikmache vor“ und 29. Januar: „Schweinebauer zeigt seinen Stall“

Erstaunt über die Berichterstattung zur Schweinemastanlage in Hoisdorf, in der die Redaktion zwei ortsansässigen, befreundeten Bauern verhältnismäßig viel Platz einräumt, ihre Meinung ausführlich darzulegen, wogegen die Belange der Mehrheit der Hoisdorfer Bürger, die am Montagabend zu Hunderten zur Bürgerfragestunde erschienen waren, eher platzsparend und oberflächlich abgehandelt werden und zudem der Eindruck der Unsachlichkeit auf Seiten der Bürger entsteht, ist es mir ein Anliegen, als solche Bürgerin, Ärztin und unmittelbare Nachbarin der geplanten Anlage darauf hinzuweisen, dass sich die Verantwortlichen der Bürgerinitiative (durchweg gebildete Mitbürger) auf durchaus seriöse Quellen beziehen, unter anderem auf einen umfangreichen Bericht aus der „Zeit“, die ernsthaft Anlass zur Sorge geben. Auch andere Gemeinden (zur Beispiel Köthel, Bad Dürrheim) haben sich aus gutem Grund erfolgreich gegen den Bau einer Schweinemastanlage gewehrt. Dass betroffene Bauern auch zur Sprache kommen ist natürlich nur fair. In diesem Fall mutet die Verhältnismäßigkeit jedoch fast schon lobbyistisch an.

Jeska Baack, Hoisdorf

Autofahrergewalt

27. Januar: „Ärger auf Ahrensburgs Fahrradstraßen“

Als Anwohner einer solchen Straße frage ich mich täglich, was in den Köpfen von Autofahrern vorgehen mag, die mit Tempo 50 und mehr durch Straßen rasen, die faktisch Radfahrwege sind. Das Ergebnis: Viele Radfahrer – insbesondere Kinder – fahren lieber auf dem Fußweg und überlassen ihre Straße den Autofahrern, was man ihnen angesichts der Raserei nicht verdenken kann. Warum richtet die Stadt Ahrensburg diese Straßen eigentlich ein, wenn es egal ist, ob die Regeln eingehalten werden? Die Polizei kümmert sich leider auch überhaupt nicht um die Raserei in den Fahrradstraßen, was sicherlich an der perversen Logik liegt, dass Straßen erst einmal zu Unfallschwerpunkten werden müssen, bevor man den Autofahrern zumutet, sich an Verkehrsregeln zu halten. Das Gleiche gilt übrigens auch für die verkehrsberuhigten Zonen, wo Schritttempo gefahren werden müsste und wo Kleinkinder das Recht haben zu spielen. Auch hier setzt sich mit Duldung der Stadt und der Polizei rücksichtslos Autofahrergewalt gegenüber den schwachen Verkehrsteilnehmern durch.

Gunnar Johannsen, Ahrensburg

Messerscharf formuliert

28. Januar: „Vorsicht bei der Rücksicht“

Die Beobachtungen von Horst Schroth auf Ahrensburger Fahrradstraßen kann ich nur bestätigen. Er hat es treffsicher, humorvoll, ja messerscharf formuliert. Man könnte herzhaft darüber lachen, wenn es nicht so ernst wäre. Der deutsche Autofahrer hat mit vielen Dingen ein ernsthaftes Problem. Vorsicht, Rücksicht, Weitsicht und Umsicht und auch einmal Nachgeben, wenn andere einen Fehler machen, ist nicht seine Stärke. Alle Verkehrsteilnehmer sind erst einmal ein Gegner. Besonders nachts wird in Fahrradstraßen gerast. 1,50 bis zwei Meter Mindestabstand zum Radfahrer beim Überholen – nie gehört. Die Polizei sieht keinen Handlungsbedarf. Muss erst etwas ganz Schlimmes passieren, bevor durchgegriffen wird?

Ulrich Nasgowitz, Ahrensburg

Die Zuschriften geben die Meinung der Einsender wieder. Kürzungen vorbehalten.

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