Stormarn
Kommentar

Investoren können für Ärger sorgen

Seit Ende 2012 hat im Bargteheider Bahnhof ein neuer Eigentümer das Sagen.

Der Verkauf des cremeweißen Gebäudes im Stadtzentrum an einen privaten Investor ist das letzte Kapitel in 147-jähriger Bahngeschichte an diesem Ort. Er markiert zugleich das Ende einer bis dato recht reibungslosen Koexistenz von ehemaligem Staatsbetrieb und städtischer Verwaltung. Nun streiten der neue Eigentümer und die Stadt. Stephan Gloge, der Käufer, fühlt sich ungerecht behandelt und versucht, seine Interessen nun vor Gericht durchzusetzen. Das ist sein gutes Recht. Sollte er darauf verzichten, nur weil der Bahnhof ein Terrain von so zentraler Bedeutung ist? Wohl kaum.

Egal, wie das Verfahren ausgeht: Die Causa Bahnhof Bargteheide verdeutlicht, welche eklatanten Auswirkungen ein Eigentümerwechsel bei öffentlichen oder öffentlich zugänglichen Liegenschaften auf die breite Öffentlichkeit haben kann. In diesem Fall geht es nur um die noch vergleichsweise unbedeutende Frage, wo Bargteheider Bahnfahrer künftig ihre Räder parken können.

Anderenorts mag es um mehr gehen. Auch wenn die Ausgangslage eine andere ist, lohnt sich doch auch ein Blick nach Großensee. Dort versucht die Gemeinde gerade, den See in ihr Eigentum zu bringen. Es ist richtig, dass kaum jemand die Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens infrage stellt. Investoren zum Zuge kommen zu lassen mag angesichts schmaler kommunaler Budgets verlockend erscheinen. Es birgt aber eben auch Ärger in sich.