Stormarn
Wachstum

Reinbeker Unternehmen Michaelis expandiert

Foto: Birgit Schücking

Zusammen mit Freytag & Petersen übernimmt der Stormarner Papiergroßhändler das insolvente Wellpappenwerk Lamersdorf bei Köln. Rund die Hälfte der Mitarbeiter wird übernommen.

Reinbek. Der vor 210 Jahren gegründete Papiergroßhandel E. Michaelis & Co. (GmbH & Co.) KG aus Reinbek erweitert sein Verpackungsgeschäft. Mit dem Kölner Unternehmen Freytag & Petersen GmbH & Co. KG hat Michaelis zum 1. Juli den bereits zum zweiten Mal insolventen Verpackungsproduzenten WellVerpackt Lamersdorf im Kreis Düren bei Köln übernommen.

"Wir haben nicht das gesamte Unternehmen gekauft, sondern nur bestimmte Geschäftsteile", sagt Ricardo Normann, Marketingleiter bei E. Michaelis. Dazu gehörten unter anderem Produktionsstandort, Produktionsmittel, Know-how sowie bestehende Verträge mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten. Normann: "Von den 45 Mitarbeitern beschäftigen wir rund 20 weiter." Verbindlichkeiten und Forderungen seien nicht auf die neuen Gesellschafter übergegangen.

E. Michaelis sowie Freytag & Petersen sind in der Interessensgemeinschaft Papier (Igepa Group) organisiert, über die sie gemeinsame Produkte vermarkten. Igepa hat europaweit an mehr als 60 Standorten Partnerschaften mit Unternehmen in der Papier-, Verpackungs- und Werbetechnikbranche. Insgesamt arbeiten rund 3500 Mitarbeiter in 29 Ländern unter dem Dach der Fachgroßhandelsgruppe.

Die neu gegründete Gesellschaft unter der Igepa heißt ab sofort IPS (IgepaPackagingSolutions) Lamersdorf GmbH und wird geführt von Dr. Ingo Osterheld und Olaf Griebel. Zur Begründung für den Kauf sagt Normann: "Der Papiermarkt bietet keine Expansionsmöglichkeiten mehr. Deshalb möchten wir weiter in den Verpackungsbereich investieren."

Bereits vor fünf Jahren begann Michaelis mit der eigenen Produktion von Verpackungen und dem Vertrieb von Verpackungshilfsstoffen wie Stretchfolien oder Klebebändern in Kiel. "Wir unterliegen in der Branche logistischen Zwängen. Lange Transportwege lohnen sich nicht, weil man viel Luft transportiert." Das Wellpappenwerk in Köln sei daher der perfekte Standort für den Geschäftsausbau gewesen. "Von dort aus können wir nicht nur den deutschen Markt weiter erschließen, sondern auch die Märkte in den Niederlanden und Belgien", sagt Normann.

In den nächsten Monaten sollen demnach weitere Kunden von der IPS Lamersdorf akquiriert werden. Schlecht aufgestellt ist das Unternehmen für den Neustart zumindest nicht. Ricardo Normann: "WellVerpackt konnte trotz zweier Insolvenzen seine Kunden halten, was von großem Vorteil für uns ist."

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