Stormarn
Trittau

Pocher legt auf und lässt sich feiern

Comedian besucht Trittauer Disco. Seine Fans sind weiblich. Für ein Foto mit ihm stehen sie lange an

Trittau . Die Stimmung ist schon am Eingang gut. Von drinnen schallt Partymusik zu denen, die noch draußen warten müssen. Viele sind an diesem Abend nach Trittau gekommen, nur um Oliver Pocher live hinter dem Plattenteller zu erleben. Es sind vor allem weibliche Fans des 36-Jährigen, die da warten. Sie wollen ihn sehen und mindestens ein Foto von ihm machen. Wenn nicht sogar ein Autogramm ergattern. Unter ihnen sind Svenja, 23, und Madeline, 22, aus Lübeck. Auch zwei bekennende Fans. „Er ist berühmt, und er ist witzig“, sagt Svenja. Die jungen Frauen wollen sich unbedingt für ein Foto anstellen. Oliver Pocher in der Diskothek Fun-Parc, das können sie sich nicht entgehen lassen.

Pascal ist 23 Jahre alt und kommt aus Hamburg. Er ist zusammen mit Janna, 20, und und Candy, 22, aus Lüneburg unterwegs. Janna und Pascal sind gespannt auf den Pocher als DJ. „Ob er es wirklich drauf hat, ist ungewiss“, sagt Janna. Pascal nickt. Candy dagegen schwärmt von Pochers neuem Lied: „Ich finde seinen Hit ‚This is EDM‘ total klasse.“

Doch bis es so weit ist und Oliver Pocher seine erste Dance-Single präsentiert, heißt es Geduld haben. Oliver Pocher kommt an diesem Abend direkt von einem anderen Termin. Zuerst dürfen die Vertreter der Presse einige Fragen stellen. Aber Themen wie Ex-Ehefrau Sandy oder die Tennisspielerin Sabine Lisicki sind nicht erwünscht. Das stellt Pochers Eventmanager gleich zu Beginn klar.

Aber bei einem Auftritt in einer Diskothek geht es doch eher um die Musik und Pochers Fähigkeiten hinter dem DJ-Pult als um Privates. Seit 14 Jahren ist Oliver Pocher schon als DJ unterwegs. Angefangen hat er in kleinen Clubs in Hannover und Umgebung. „Mittlerweile haben wir das Ganze auf das nächste Level gehoben“, sagt Pocher. Als DJ aufzulegen sei mehr als ein Hobby geworden, betont er.

Pocher sagt, er achte auf „ein gewisses Gagengefüge“

Er nutze er keine vorgemixten Tapes, sondern lege „eins zu eins live“ auf. Dass Kollegen Vorurteile haben, wenn ein Moderator und Comedian auf einmal Musik macht, stört ihn nicht. Er sei schon lange in diesem Metier unterwegs und wisse, was er könne. „Die Leute sollen herkommen und sich selbst ein Bild machen“, sagt Pocher. Auf seiner Tour durch die Clubs hat er schon Termine in Österreich, der Schweiz und Deutschland gehabt. Ein Leben als vielgefragter Comedian, Moderator und DJ scheint stressig zu sein. Dennoch bemüht sich der gebürtige Hannoveraner um eine gelassene Stimmung. „Ich möchte, dass die Leute Spaß haben und tanzen.“ Das ist sein erklärtes Ziel.

In Trittau ist er an diesem Abend zum ersten Mal. Der Fun-Parc gehöre eher zu den kleineren Clubs auf seiner Tour . Er achte auf ein „gewisses Gagengefüge“ sagt der 36-Jährige. Nur für 80 Leute aufzulegen komme nicht in Frage, mindestens 500 müssten es schon sein. Für seinen einstündigen Auftritt bekomme Oliver Pocher zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Das lässt der Manager des Fun-Parc durchblicken.

Während die Besucher im Club schon ungeduldig warten, zieht sich Oliver Pocher noch einmal um. Mit weißem Hemd kommt er aus der Garderobe und wird von seinem Eventmanager sowie der Security hinter das DJ-Pult begleitet. Als er das Wort ergreift, jubelt ihm das Publikum zu. Rings um den DJ-Bereich herum versammeln sich die Gäste und wollen ein Foto von ihm machen. Die Menge auf der Tanzfläche feiert ihn. Ungefähr eine Stunde lang heizt er den Tanzenden ein. Und dabei singt er nicht nur seinen Song. Oliver Pocher rappt auch. Das kommt bei den Gästen an. Yvonne, 22, hat nur einen Kritikpunkt. „Der Anfang war einfach zu lang. Er hat verschiedene Sachen gemischt, das war gut, aber er ist nicht zum Punkt gekommen.“ Davon abgesehen hat Oliver Pocher die junge Frau aus Billstedt überzeugt. „Er ist ein guter DJ.“ Zudem habe er eine positive, sympathische Ausstrahlung. Sebastian, 25, und Laura, 20, finden, dass Oliver Pocher seinen Job an diesem Abend gut gemacht hat.

Noch während des Auftrittes versammeln sich die ersten, hauptsächlich weiblichen Fans, vor dem samtroten VIP-Band neben der Bar. Sie stellen sich für ein Foto mit und ein Autogramm von Oliver Pocher an. Die Schlange wird immer länger. Als es endlich so weit ist, geht alles ganz schnell. Allein, zu zweit oder in der Gruppe stellen sich die jungen Menschen neben den 36-Jährigen. Ein Fotograf zählt: „Eins, zwei, drei.“ Er knipst ein Bild, und schon ist es vorbei. Die Security lässt die Nächsten aufrücken. Wer gerade noch neben Pocher stand, ist schon wieder weg.