Stormarn
Leserbriefe an die Redaktion

Probleme beim Augenarzt

4. März: „Zum Hautarzt? In sieben Monaten“

Auch die Lage bei den Augenärzten ist nicht besser. Wir haben Anfang Januar versucht, einen Augenarzttermin für meinen hochbetagten Schwiegervater zu bekommen. Er konnte in der Praxis, in der er sonst immer war, nicht mehr die Treppen hochsteigen. Für einen Krankentransport, der ihn auch die Stufen hochbringt, braucht man Pflegestufe 2 oder einen Schwerbehindertenausweis mit einem G oder H. Schwiegervater hätte in der Praxis auch noch mindestens zwei Stunden warten müssen, für die lange Wartezeit hätten wir dann auch noch ein mobiles Sauerstoffgerät besorgen müssen.

Eine pfiffige Schwester im Heim hat dann angefragt, ob der Doktor nicht ins Heim kommen und ihr zeigen könne, wie sie die Kontaktlinsen zu wechseln habe. Der Doktor meinte, er müsse darüber nachdenken. Wir haben dann versucht, eine neue Praxis zu finden.

Mein Schwiegervater ist Anfang Februar verstorben. Er hat darüber, wer ihn versorgt, keinen Kummer mehr, und wir Angehörigen und Heimmitarbeiter müssen uns nicht mehr darüber ärgern, dass ein Doktor keine vier Kilometer ins Heim fährt. Meinem Schwiegervater wurde in seinen letzten vier Wochen viel Lebensqualität geraubt. Uns selbst geht es auch nicht besser, alle Augenärzte im Umkreis von Trittau und Ahrensburg nehmen keine Patienten mehr auf. Wir fahren nach Hamburg.

Petra Fritz, Grönwohld

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