Stormarn
Bad Oldesloe

Arbeitslosenquote steigt in Stormarn auf 4,4 Prozent

Agenturchefin sieht eine saisonbedingte Entwicklung. Kreis bleibt landesweit vorn

Bad Oldesloe. Die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Stormarn ist im Januar gegenüber Dezember um 0,3 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent angestiegen. 5386 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 335 mehr als im Vormonat. Landesweit bleibt Stormarn aber der Kreis mit den wenigsten Arbeitslosen.

„Ein Anstieg entspricht der üblichen Entwicklung im Januar“, sagt Heike Grote-Seifert, Chefin der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe. Auslaufende Kündigungsfristen und befristete Arbeitsverträge sorgten ebenso wie der Winter in witterungsabhängigen Branchen dafür, dass sich mehr Menschen arbeitslos melden müssten. „Dank der bis Mitte Januar vergleichsweise milden Temperaturen fiel der Anstieg allerdings moderater aus als in den letzten Jahren.“

Vor dem Hintergrund der vorliegenden Wirtschaftsprognosen rechnet Grote-Seifert für das laufende Jahr mit einer leicht besseren Entwicklung am Arbeitsmarkt im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe. „Einen Rückgang der Arbeitslosigkeit erwarte ich jedoch erst in der zweiten Jahreshälfte.“ Der Arbeitsmarkt reagiere auf positive Entwicklungen immer mit einer zeitlichen Verzögerung. „Unternehmen beginnen dann neue Mitarbeiter einzustellen, wenn absehbar ist, dass es bei einer guten Auftragslage bleibt.“

Herausforderungen sieht die Agenturchefin insbesondere bei der Integration Langzeitarbeitsloser, Älterer und Ungelernter. „Der Anteil langzeitarbeitsloser Menschen ist von 31,3 Prozent im Jahr 2011 auf 34,6 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen. Ähnlich bei den Arbeitsuchenden über 50 Jahre: ihr Anteil hat seit 2011 um 2,3 Prozent auf jetzt 32,4 Prozent zugenommen. Und bei denjenigen ohne abgeschlossene Ausbildung liegt der Anteil bei 45 Prozent. Diese Gruppen profitieren immer noch zu wenig von positiven Entwicklungen am Arbeitsmarkt.“

Regional hat sich die Arbeitslosigkeit unterschiedlich entwickelt. Vergleichsweise günstig steht Bad Oldesloe da. Dort sank der Bestand an Arbeitslosen gegenüber dem Januar 2013 um 0,4 Prozentpunkte und liegt nun bei einer Quote von 4,9 Prozent. Anders in Ahrensburg: Hier stieg die Quote um 0,2 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent. Ahrensburg bleibt damit trotz des Anstiegs der Geschäftsstellenbezirk mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit. Auch in Reinbek haben sich mehr Menschen gemeldet. Die Zahl stieg um 0,1 auf eine Quote von 4,1 Prozent.