Stormarn
Reinbek

Hier tanzen Puppen zu Verdis „Rigoletto“

Das erste Stormarner Figuren Theater Festival soll Kinder und Erwachsene faszinieren. Zentrum ist das Schloss Reinbek

Reinbek. Die Arbeitsgemeinschaft „Stormarn kulturell stärken“ macht ihrem Namen alle Ehre und ermöglicht das erste kreisweite Figuren Theater Festival. „Für die Kultur wird es in Zukunft schwer werden. Aber ein Leben ohne Kultur, das kann es auch nicht sein“, sagt Jörg Schumacher, der Herr der Sparkassen-Stiftungen, von denen zwei gemeinsam mit der Bürgerstiftung Stormarn die Arbeitsgemeinschaft finanziell speisen. Der leidenschaftliche Unterton Schumachers verrät es schon. Er lässt es nicht bei Worten bewenden. Er gibt Geld für das neue Kooperationsprojekt mit dem Reinbeker Schloss. Und das nicht zu knapp.

Sechs Aufführungen fünf verschiedener Figurentheater-Ensembles stehen auf dem Plan, die in Ahrensburg, Barsbüttel, Reinfeld, Trittau und vor allem in Reinbek kleine und große Zuschauer unterhalten wollen. Dazu kommen eine Ausstellung mit Schätzen aus dem Theater Figuren Museum Lübeck und Workshops für Kinder. Was das gesamte Paket kostet, ist noch unklar. Schumacher: „Aber es steht genug Geld zur Verfügung.“ 5000 Euro. Und wenn das nicht reiche, werde das Budget bis zu 20.000 Euro eben angepasst.

Solche Botschaften sind selten und werden gern gehört. In diesem Fall besonders gern von Kreiskulturreferentin Tanja Lütje und der Reinbeker Schlossleiterin Elke Güldenstein. Die beiden Kulturmanagerinnen haben das Programm für das erste Stormarner Figuren Theater Festival erarbeitet und auf eine große Bandbreite geachtet. Lütje: „Wir wollen das Programm für viele erlebbar machen. Es soll auch ein Angebot für Familien sein.“ Deswegen auch die Workshops und die Vormittagsvorstellungen, die sich zudem an Klassen und an Kitas werden. Kulturelle Bildung lautet das Stichwort.

Die neue Veranstaltungsreihe löst die Puppentheatertage ab

Das neue Festival löst die bisherigen Puppentheatertage ab, die das Publikum ausschließlich ins Reinbeker Schloss lockten. „Der Kreis ist Anteilseigner des Schlosses Reinbek. Wir wollten es aber nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch inhaltlich begleiten“, sagt die Kreiskulturreferentin. „Reinbek bleibt das Zentrum. Das neue Festival ist hier verhaftet, aber es soll nun auch kreisweit wirken.“ Weitere, auch ungewöhnliche Orte in Stormarn zu finden, sei daher bei der Planung wichtig gewesen. Ideen gab es offenbar mehr als genug. Aber die Natur setzte der Kreativität Grenzen. „Die Puppenspieler können zwar einiges einstecken und spielen überall“, sagt Lütje. Aber einen unbeheizbaren Raum wollte man dann doch niemanden zumuten. Und genügend Platz müsse auch vorhanden sein. Schließlich hoffe man auf viele Besucher. Und die werden kommen. Da ist Jörg Schumacher sicher. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass es nicht nur die digitale, sondern auch noch die reale Welt gibt.“ Zeichentrickfiguren könnten die Faszination von handgeschnitzten Figuren nicht ersetzen. Schumacher: „Diese Theatererlebnisse wirken emotional. Und über diese Gefühlsebene kommen wir an die Menschen ran.“ Das Festival werde erfolgreich sein. „Wir werden es auch in Zukunft unterstützen“, lässt der Herr über die Sparkassen-Stiftungen schon jetzt wissen.

Die Leiterin des Reinbeker Schlosses teilt die Begeisterung. „Es ist toll, dass wir die Kooperation auf den Weg gebracht haben“, sagt Elke Güldenstein. „Das wird ein großes Ereignis werden.“ So setzt auch die Stadt Reinbek auf das neue Projekt – mit Worten und Taten – und hat ebenfalls 5000 Euro bereitgestellt. Dafür gibt es auch eine eigens kuratierte Ausstellung des Lübecker Museums, das aus den Beständen von 30.000 kostbaren Figuren 120 für das Reinbeker Schloss ausgesucht hat. Auch Bismarck ist dabei. Güldenstein: „Er soll einmal für das Schloss Reinbek geboten haben. Aber weil sein Jagdhund ausbüxte kam er zu spät. Wer weiß, was sonst aus dem Schloss geworden wäre.“

Auch Schneewittchen und die Prinzessin auf der Erbse geben sich die Ehre

Zu Beginn des Festivals am 9. Februar kommen „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ in die Stadtbücherei Reinfeld (11 Uhr) und ins Schloss Reinbek (16 Uhr). Am 12. Februar wird im Schloss Reinbek (10.30 Uhr) und in Bürgerhaus Barsbüttel (15 Uhr) geklärt „Wie der Elefant zu seinem Rüssel kam“. Am 15. Februar geht es im Schloss Reinbek (16 Uhr) um „Vollpfosten“. Am 19. Februar gibt sich „Schneewittchen“ im Schloss Reinbek (10.30 Uhr) und im Schloss Ahrensburg (15 Uhr) die Ehre, gefolgt von der „Prinzessin auf der Erbse“ am 21. Februar im Schloss Reinbek und am 23. Februar in der Wassermühle Trittau (beide 15 Uhr). Zum krönenden Abschluss zeigen die Puppen am 21. Februar ab 19. 30 Uhr in Reinbek, dass sie auch Oper können: Verdis „Rigoletto“ einmal ganz anders.

Der Vorverkauf im Reinbeker Sachsenwald-Forum (Hamburger Straße 8) beginnt sofort. Der Eintritt kostet fünf Euro, für die Oper zwölf Euro.