Barsbüttel

Baustellenärger auf der A 1 geht weiter

Bis heute sollten die Arbeiten zwischen Stapelfeld und Barsbüttel abgeschlossen sein. Schlechte Witterungsverhältnisse verzögern sie jedoch

Barsbüttel. Die zweieinhalb Kilometer lange Baustelle zwischen Stapelfeld und Barsbüttel sorgt derzeit wieder für jede Menge Stauärger auf der A 1. Pendler und Lastwagenfahrer stehen vor allem während des Berufsverkehrs auf der Autobahn Stoßstange an Stoßstange. Und sie müssen sich weiter gedulden, denn der für heute geplante Fertigstellungstermin kann nicht gehalten werden. Grund dafür sind laut Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr die Witterungsverhältnisse. Geplant ist jetzt, die Bauarbeiten bis Dienstag, 19. November, zu beenden.

Wegen zahlreicher Schadstellen im Beton müssen Betonplatten der rechten Fahrbahn Richtung Hamburg erneuert werden. „Das sind für uns quasi Routinearbeiten“, sagt Jens Sommerburg, Leiter des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr in Lübeck. Immer wieder kommt es wie in diesem Abschnitt vor, dass sich Risse und Löcher bilden und Beton bröckelt.

„Kleinere Schäden können wir mit Gussasphalt reparieren“, sagt Sommerburg. Bei größeren Schadstellen muss indes neuer Beton gegossen werden. Dafür schneiden die Bauarbeiter große, rechteckige Löcher in den Beton. „Je nach Betondicke, also wie alt dieser Abschnitt ist, sind die 20 oder 26 Zentimeter tief“, sagt der Behördenleiter.

Rund 50 Löcher haben die Mitarbeiter der Oldesloer Autobahnmeisterei seit Ende Oktober in den Beton geschnitten. „Anschließend müssen diese gereinigt werden. Dann werden Dübel und Anker gesetzt, und schließlich werden die Löcher mit Beton aufgefüllt“, sagt Jörg Becker, Leiter der Autobahnmeisterei Bad Oldesloe.

Damit seien die Arbeiten aber noch nicht beendet. Der Beton müsse anschließend noch aushärten. „Ist Asphalt kalt, ist dieser auch hart. Bei Beton ist das anders“, so Becker: „Dieser braucht bis zu 60 Tage, bis er aushärtet.“ Damit die Autofahrer sich nicht so lange gedulden müssen, mischen die Bauarbeiter einen Beschleuniger in den Beton. Bevor die Fahrbahn wieder freigegeben wird, müssen Probewürfel im Labor auf ihre Festigkeit untersucht werden. „Erst wenn die Fahrbahn fest genug ist, können wir sie wieder freigeben“, sagt Becker.

Bis es so weit ist, müssen aber noch einige Betonplatten erneuert werden. Am Dienstag musste sogar die Abfahrt an der Anschlussstelle Stapelfeld für sechs Stunden gesperrt werden. Jörg Becker hofft, dass bis zum Wochenende die Bauarbeiten abgeschlossen sind und bis Dienstag der Beton ausgehärtet ist. Das hänge jedoch von den Witterungsverhältnissen ab. „Je kälter es ist, desto länger braucht der Beton bis er aushärtet“, erklärt Jens Sommerburg. Jörg Becker fügt hinzu: „Gäben wir die Autobahn zu früh wieder frei, bräche der Beton wieder ab. Dann war die ganze Arbeit umsonst.“ Oft wunderten sich Autofahrer auch, warum nichts hinter der Baustellenabsperrung passiere oder nur ein Bauarbeiter zu sehen sei. „Dann trocknet dort die Fahrbahn“, so Becker.

Ist die Fahrbahn aber wieder frei, haben die Autofahrer in Stormarn auch erst mal wieder freie Fahrt. „Ähnliche Ausbesserungen sind derzeit nicht geplant“, so Sommerburg. Jedoch sei dies nicht immer planbar. Reißt der Winter Löcher in die Autobahn, werden die Bauarbeiter erneut Betonplatten ausschneiden und auffüllen müssen.

Gewiss ist unterdessen, dass im kommenden Frühjahr die Autofahrer mit einer Großbaustelle zwischen Reinfeld und Bad Oldesloe rechnen müssen. Eigentlich sollte die Fahrbahnen dieses Jahr schon saniert werden, jedoch ging die Baufirma pleite, und die bereits aufgebaute Absperrung musste wieder zurückgebaut werden (wir berichteten). Mit einem Jahr Verspätung sollen 2014 auf dem 6,5 Kilometer langen Abschnitt der Fahrbahnbelag, die Entwässerung und die Schutzplanken komplett erneuert werden.

Damit aber nicht genug, es geht immer weiter. Jens Sommerburg kündigt an: „Wir planen, im Anschluss auch noch die drei Fahrstreifen in Richtung Lübeck auf diesem Abschnitt zu erneuern.“