Stormarn
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Karpfen schmeckt auch dieses Jahr – und gesund ist er

Trotz eines schwierigen Jahres (Langer Winter! Dann plötzlich Hitze, und wie!) ist der Reinfelder Karpfen gut geraten und bereit zum Verzehr. Das stellten 70 Ehrengäste übereinstimmend fest.

Reinfeld. Nicht jeder, der ein hartes Jahr hinter sich hat, kann sich anschließend das Prädikat „besonders genusstauglich“ an die Kiemen heften. Dem Reinfelder Karpfen aber gelingt dieses Kunststück, wie der Kreisveterinär Gerhard Domke sagt. „Der Winter war lang und kalt, dann gab es einen abrupten Wechsel im Juni und der Sommer wurde sehr heiß. Das sind schwierige Bedingungen für den Karpfen. Denn der mag eigentlich eine Wassertemperatur von 20 bis 25 Grad.“

Doch, so die gute Nachricht: Die Karpfen aus der Zucht von Alfred Wenskus trotzten diesen widrigen Bedingungen. „Das Resultat ist wieder absolut beeindruckend“ schwärmt Domke. Die Experten im Landeslabor prüften Fettgehalt und mögliche chemische Rückstände. In Sachen Fettgehalt schwimme das Reinfelder Symboltier voll im grünen Bereich, chemische Rückstände und ähnliches gebe es nicht – selbiges habe das zuständige Landeslabor festgestellt. Fazit: Der Reinfelder Karpfen sei gesund, eben „absolut genusstauglich“, so das Fazit der Experten. So, wie sonst auch.

Davon konnten sich jetzt auch 70 Ehrengäste überzeugen, im Forsthaus Bolande. Der Beginn der Karpfensaison wurde dort eingeläutet, eine nicht geringe Zahl der besagten Fische kam auf die Teller. Und zwar zunächst als Filet und in Streifen, gebraten, in einer klaren Zucchinisuppe. Dann als Hauptgericht in „blau“, mit zerlassener Butter und Meerrettich.

Stormarns Kreispräsident Hans-Werner Harmuth gehörte zu denen, die sich von der Qualität des Karpfens und den Künsten des Küchenchefs Guido Freyer überzeugen durften. Es war eine Premiere für den CDU-Politiker, wie er zugab – dem Karpfen hatte er sich zuvor 40 Jahre lang verweigert. Ganz grundlos, im Gegenteil habe er viel verpasst, wie er später betonte. Auch den Delegationen aus den Partnerstädten Kaliska (Polen) und Neubukow (Brandenburg) schien es zu schmecken, auch sie betonten pflichtschuldig den legendären Ruf des Reinfelder „Alleinstellungsmerkmals mit Flossen“, wie Bürgervorsteher Gerd Herrmann es formulierte.

In der Tat waren sie ja auch köstlich, die dampfenden Gerichte, die Kellner Wolfgang Tietgen und seine Kolleginnen mit viel Spaß auftischten. Wie man so etwas richtig zu Hause nachkocht? „Viel Salz und viel Essig in das Wasser. Und dann nicht kochen, nur sieden lassen“, sagt Guido Freyer. Seine Frau Anja betont jedoch: „Es ist schon eine schwierige Sache.“ Besser, so sagt sie, sei da der Gang zu den Fachleuten.

Keiner der Gäste wollte es an dem Abend bestreiten. Dem Karpfen wurde übrigens auch musikalisch gehuldigt: Jasper Vogst „Hafenmusikanten“ brachten maritimes Liedgut zu Gehör, und verlasen sogar extra für den Anlass verfasste Fischgedichte.