Kommentar

Dreikampf wird zum Zweikampf

Vielfalt ist gut, aber manchmal ist weniger mehr.

Im konkreten Fall bedeutet das für die Oststeinbeker: Am 8. September können sie zwischen drei Kandidaten wählen, allerdings kommen nur zwei von ihnen, wenn man es mal ganz nüchtern betrachtet, für das Amt des Bürgermeisters infrage. Das dürfte jedem klar sein, der die erste gemeinsame Vorstellungsrunde der Bewerber live erlebt hat.

Vor allem aufgrund der Vorgeschichte mit Martina Denecke, die von den Bürgern zu Recht aus dem Amt gejagt wurde, benötigt die Gemeinde eine Person in dieser Funktion, die ihr Handwerk hundertprozentig versteht. Also gewissenhaft handelt, Mitarbeiter motiviert und im Umgang mit den Bürgern Fingerspitzengefühl beweist. Und das vom ersten Tag an. Im Idealfall kennt er oder sie sogar die Gegebenheiten im Rathaus. Gabriela Malone und Jürgen Hettwer erfüllen viele, wenn nicht sogar alle dieser Kriterien.

Menschen mit Ambitionen, die sympathisch, lernwillig und nach einem Reifeprozess womöglich auch geeignet sind, kann sich Oststeinbek in seiner jetzigen Situation nicht leisten. Es ist mutig von Uta Kramer, als parteilose Einzelkandidatin anzutreten. Und es erfordert Mut, vor 350 Menschen auf der Bühne zu stehen mit dem Wissen, dass es viele kritische Fragen hageln wird. Aber reicht das? Die Antwort ist Nein. Viele Besucher waren sich einig: Für die 50 Jahre alte Verwaltungsoberinspektorin ist der Wahlkampf eigentlich schon beendet, bevor er so richtig begonnen hat. Zu unsicher habe sie gewirkt. Viele Reaktionen von Zuschauern nach der Veranstaltung in Bezug auf die Kompetenz der Kandidatin sprechen eine eindeutige Sprache.

Der von CDU, FDP und Wählergemeinschaft unterstützte Sieker Amtsleiter Jürgen Hettwer ist womöglich noch immer Favorit. Gabriela Malone hat sich vor den Bürgern aber genauso teuer verkauft. Es ist ein Duell auf Augenhöhe. Eine sehr gute Lösung wären wohl beide.