Kommentar

Vorher über den Beruf informieren

Unverständnis bei Stormarns Ausbildungsleitern. "Ich bin immer wieder überrascht, dass meine einfachen Fragen so viele Jugendliche straucheln lassen: dass Abiturienten mir nicht sagen können, was ein pH-Wert ist", sagt Olaf Grönwald, der Fachkräfte bei der Abwassertechnik in Ahrensburg ausbildet.

In den vergangenen zwei Jahren konnte er allerdings keine geeigneten Jugendlichen finden.

Die Bewerber scheiterten schon an einfachen Dingen: Wer sich im Umweltbereich bewirbt, für den sollte es klar sein, dass im Gespräch Fragen zu Chemie und Physik gestellt werden. Viele Jugendliche wüssten aber nicht einmal, was sie in ihrem zukünftigen Beruf überhaupt erwartet. Klar, dass es einen Chef abschreckt, wenn sich schon beim Gespräch zeigt, dass ein Kandidat nur wenig Interesse hegt und sich die Vorbereitung deshalb lieber gespart hat.

Wer wirklich einen Ausbildungsplatz will, kann mit wenig Arbeitsaufwand beim Vorstellungsgespräch überzeugen. Dass zum Beispiel Fachkräfte für Abwassertechnik in industriellen und kommunalen Kläranlagen arbeiten und dort im Bereich der Entwässerungsnetze sowie der Abwasser- und Klärschlammbehandlung tätig sind, ist schnell herauszufinden. Ebenso, dass der pH-Wert ein Maß für den sauren oder basischen Charakter einer wässrigen Lösung ist. Der Einsatz von Informationen aus dem Internet sollte doch nach zahlreichen Schulklausuren und im Unterricht ausreichend geübt worden sein.