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Grün, begehrt, teuer: Neubaugebiet Erlenhof

Erster Spatenstich in Ahrensburg. Viele Käufer kommen aus Hamburg

Ahrensburg. "Es ist schon ganz schön teuer, hier ein Grundstück zu kaufen. Aber wir wollten nun mal raus ins Grüne. Da haben wir das hingenommen", sagt Kathrin Hezig. Die Hamburgerin ist eine der künftigen Bewohnerinnen des Ahrensburger Neubaugebiets Erlenhof - und drückt das aus, was viele ihrer baldigen Nachbarn denken. Gemeinsam mit ihrem vier Jahre alten Sohn Jonathan kam sie am Dienstag zum ersten Spatenstich für das Gebiet. Rund 1000 Menschen sollen in ein paar Jahren auf dem Areal an der Bundesstraße 75 leben. Etwa 50 schauten sich schon mal ihre neue Heimat an.

Es war an Bürgermeister Michael Sarach, gemeinsam mit Wolfgang Weinschrod und Klaus Göttsche die ersten Schippen Sand zu bewegen. Weinschrod ist Gesellschafter der Bau-Investitionsgesellschaft (BIG). Deren Tochterfirma, die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), deren Geschäftsführer Klaus Göttsche ist, vermarktet einen Großteil der Baugrundstücke.

Der einstige Landesbetrieb hatte schon 1983 die ersten Flächen auf dem 41 Hektar großen Gelände gekauft. Damals begann auch die Diskussion um ein Neubaugebiet, doch erst Anfang 2013 fielen die letzten Beschlüsse in der Stadt. Dass es nicht immer rund lief zwischen der Stadt und den Investoren, machte Klaus Göttsche in seiner Rede deutlich. "Es war ein schwieriger Meinungsbildungsprozess. Und wir hätten uns gewünscht, dass die Baueinheiten eine effektivere Planung erfahren hätten." Göttsche bezog sich darauf, dass die LEG längst nicht jedem Interessenten ein Grundstück anbieten konnte.

Von den 65 Grundstücken im ersten Bauabschnitt, der jetzt erschlossen wird, wurden viele per Losentscheid vergeben. Die LEG hatte ursprünglich 700 Wohneinheiten geplant, realisiert werden jetzt 360. Besonders die CDU hatte in den langjährigen Verhandlungen darauf gedrungen, dass nicht zu viel gebaut wird. Die SPD hatte sich schließlich auf einen Kompromiss eingelassen, der die jetzt geplante Größe vorsieht. Grüne und FDP kritisierten, dass der Beschluss für die vergleichsweise hohen Preise verantwortlich sei. Die Preise für den Quadratmeter liegen zwischen 290 und 340 Euro und damit deutlich über den Durchschnittswerten in der Region. In Ahrensburgs Westen liegt er bei 240 Euro. Bürgermeister Michael Sarach wollte von dem Dissens nichts mehr wissen: "Eine schon fast unendliche Geschichte hat jetzt ihr glückliches Ende gefunden", sagte er. Er betonte aber auch, dass immer mehr Wohnraum benötigt werde. "Dem werden wir uns künftig stellen müssen."

Bei den Neubürgern überwog am Dienstag die Freude auf die neuen Eigenheime - trotz der hohen Kosten, wie viele betonten. "Für junge Leute ist das an der Grenze der Machbarkeit", sagte etwa Jana Maske, die mit ihrem Lebenspartner Tobias Bartels und ihrem 16 Monate alten Sohn Len von Hamburg-Hamm nach Ahrensburg ziehen wird. "Wir haben uns dann entschieden, ein recht kleines Grundstück zu nehmen und am Haus zu sparen." Sandra Timm betonte allerdings: "Aus Hamburg ist man noch höhere Grundstückspreise gewohnt." Sie lebt zurzeit im Stadtteil Sasel und wird mit Ehemann Olaf und den beiden Kindern Leon, 7, und Luise, 5, nach Ahrensburg ziehen.

Laut Constanze Göttsche, Projektleiterin bei der LEG, beginnen jetzt die Erschließungsarbeiten. Im November sollen die ersten Grundstücke übergeben werden. Kathrin Hezig lebt zurzeit noch mit ihrer Familie in Hamburg-Rahlstedt. Und in einem Jahr, so hofft, sie, im Grünen: "Dann können die Kinder endlich richtig draußen spielen."