Pro

Überempfindlichkeit schadet

Matthias Schatz

Es muss nicht wie in London sein, wo außerhalb der eigenen vier Wände nahezu jeder Schritt von Videokameras erfasst wird.

Aber an neuralgischen Stellen, zumal wenn sich dort Kriminalität häuft, kann diese Überwachung gute Dienste leisten.

Ein Beispiel in Schleswig-Holstein ist der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in Lübeck. Nach Auskunft der Landespolizei ist am ZOB die Verbrechensrate deutlich gesunken, seit dort Überwachungskameras installiert sind. Sie wirken abschreckend und sind zudem sehr hilfreich bei der Aufklärung von Straftaten.

Und selbst wenn Videoüberwachung nicht immer und überall abschrecken sollte, sie ist zweifelsohne nützlich, um Verbrecher zu fassen. Das gilt gerade im Hinblick auf Terroranschläge. Gern hätten die Ermittler beispielsweise Videoaufnahmen von möglichen Tätern, die im vergangenen Dezember einen Sprengsatz am Bonner Hauptbahnhof zünden wollten.

Im Unterschied zu Deutschland hat Großbritannien keine Nazi-Zeit erlebt und auch keine Stasi. Deswegen reagiert die Bevölkerung hierzulande empfindlicher als die Londoner, wenn es um Überwachung - zumal staatliche - geht. Das ist auch nicht schlecht, um möglichen Missbrauch zu verhindern. Allerdings wird es schlecht, wenn es in Überempfindlichkeit und Blockade umschlägt. Die spielen dann nämlich Tätern in die Hände.

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