Kommentar

Diese Idee hat eine Chance verdient

Wer eine Vorschule besucht hat, für den stehen die Chancen, nach der Grundschule auf ein Gymnasium zu wechseln, besser.

Das belegen diverse Studien. Um Kinder in ihrer Entwicklung besser fördern zu können, wollen zwei Pädagoginnen nun in Lütjensee eine private Vorschule einrichten. Die Bürgermeisterin trägt die Idee mit. Dabei geht es nicht darum, Windelträgern Chinesisch einzuimpfen. Vielmehr soll Jungen und Mädchen im letzten Kindergartenjahr der Übergang zu im Unterricht geforderter, mehrere Stunden anhaltender Konzentration erleichtert werden.

Dabei besteht die Gefahr, dass Vorschule und Kindergarten in Konkurrenz zueinander treten. Sie kann aber durch Abstimmung der Konzepte minimiert bis ausgemerzt werden. Die Vorschule kann nur Ergänzung zu Spiel und Freizeit im Kindergarten sein. Umgekehrt können Erzieher die Arbeit einer Vorschule faktisch nicht leisten. Allein schon, weil der Personalschlüssel für qualifizierten Unterricht zu gering ist.

Dass die Gemeinde Lütjensee die private Initiative unterstützt, ist daher begrüßenswert. Nun gilt es jedoch, für eine gute Idee auch Geld lockerzumachen. In diesem Sinne sind auch Sponsoren gefragt. Erst einmal muss die mögliche Teilnahme für Kinder aller sozialen Schichten gewährleistet werden, sodass alle die Chance haben, zu profitieren. Dann können sich Initiatoren und Gemeinde auf die Schulter klopfen.