Bad Oldesloe

Als die Nazis Bücher verbrannten

Bad Oldesloe gedenkt mit Referaten und Ausstellungen der entrechteten Schriftsteller im Dritten Reich

Bad Oldesloe. Das Oldesloer Bündnis gegen Rechts und die Stadtbibliothek Bad Oldesloe erinnern an die Bücherverbrennungen vor 80 Jahren im Nationalsozialismus. Trauriger Höhepunkt war damals der 10. Mai 1933 als "über 10.000 Buchtitel in 22 deutschen Städten" verbrannt wurden, sagt Hendrik Holtz vom Bündnis gegen Rechts.

Mit einer Veranstaltung am Freitag, 10. Mai, in der Stadtbibliothek soll die Erinnerung daran aufrecht erhalten werden. "Die Demokratie ist kein Geschenk des Himmels. Wir müssen jeden Tag wieder dafür kämpfen", sagt Walter Albrecht vom Bündnis. Barbara Kammer von der Stadtbibliothek macht deutlich, dass Autoren aller literarischen Gattungen von den Verbrennungen betroffen waren. "Einige Beispiele sind da Brecht, Tucholsky, Remarque oder auch Döblin." Kammer bedauert den Verlust. "Einige Autoren sind bestimmt für immer vergessen."

Unter dem Titel "Wer Bücher verbrennt - verbrennt auch Menschen!" werden am 10. Mai ab 18 Uhr zunächst Walter Albrecht vom Bündnis und Bürgerworthalter Rainer Fehrmann sprechen. Uwe Teut vom Deutschen Gewerkschaftsbund Kreis Stormarn wird über die Zerschlagung der freien Gewerkschaften im Dritten Reich referieren. Daneben gibt es eine Ausstellung über die entrechteten Dichter von Barbara Kammer und Jens Geißler, sowie eine Plakatausstellung der Ida-Ehre-Schule zu diesem Thema.

Am 8. Mai legen die Mitglieder des Bündnisses gegen Rechts einen Kranz an der Gedenktafel auf der Hude für die Opfer des Nationalsozialismus nieder. Um 12 Uhr versammeln sie sich dort. Neben Hendrik Holtz vom Bündnis werden Schüler der Ida-Ehre-Schule sowie des Gymnasiums Theodor-Mommsen-Schule sprechen.