Ahrensburg

Neue Straße soll Verkehr entlasten

Wirtschaft fordert zusätzliche Verbindung ins Ahrensburger Gewerbegebiet Nord. Stadt sieht noch Prüfbedarf

Ahrensburg. Mit einer neuen Verbindungsstraße will die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) für eine schnelle Verkehrsentlastung im nördlichen Ahrensburger Stadtgebiet sorgen. Der Geschäftsführer der Vereinigung, Norbert Leinius, plädiert für den Bau einer knapp 200 Meter langen Straße, über die Fahrzeuge vom Beimoorweg aus Richtung Hammoor kommend direkt hinter dem Ortseingangsschild bis zur Straße An der Strusbek fahren können.

"Das würde den Verkehr erheblich entlasten", sagt er. "Die Verbindungsstraße wäre eine gute erste Maßnahme, denn bis die Nordtangente gebaut wird, wird es ja noch Jahre dauern." Bislang können Autos und Lastwagen aus Richtung Hammoor frühestens an der Kreuzung Kurt-Fischer-Straße ins Gewerbegebiet einbiegen. Während des Berufsverkehrs bildet sich auf dem Beimoorweg oft ein langer Stau.

Die neue Straße könne, so Leinius, nur über einen Kreisverkehr an den Beimoorweg angeschlossen werden. "Eine weitere Kreuzung mit Ampel ist nicht sinnvoll", sagt er. Das Grundstück, über das die Trasse verlaufen könnte, gehört der WAS. Norbert Leinius will deshalb demnächst ein Gespräch mit Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach suchen. "Ich möchte mit ihm über den Vorschlag sprechen und ihm anbieten, die Fläche von uns zu erwerben", sagt der Wirtschaftsförderer. "Ideal wäre, wenn die Verbindungsstraße im Zuge des Umzugs von Famila und Aldi gebaut werden würde."

Wie berichtet, soll am Kornkamp-Süd ein neues Fachmarktzentrum entstehen. Famila, Aldi und das Futterhaus wollen vom nördlichen Ende der Straße Kornkamp dorthin ziehen, neu hinzu soll eine Filiale des Möbelhauses Knutzen Wohnen kommen. Leinius: "Auch für Menschen, die dann dort zum Einkaufen hinfahren, wäre es gut, wenn der Berufsverkehr ins Gewerbegebiet gleich an der Stadtgrenze abgeleitet wird."

Die Firma Wirtschaftsbund sozialer Einrichtungen (Wibu), die ihren Sitz An der Strusbek hat, ist eines der Unternehmen, die von der neuen Verbindungsstraße profitieren könnten. Geschäftsführer Rolf Weinkauff sagt: "Wenn man um 8 Uhr ins Gewerbegebiet hinein- oder um 17 Uhr hinausfahren will, sieht es zappenduster aus. Überall Stau. Ich denke, die Idee mit der Verbindungsstraße könnte funktionieren." Bisher gibt es nur zwei Zufahrten ins Gewerbegebiet. "Das macht die Situation schwierig", sagt er. "Eine weitere Straße würde den Verkehr entzerren." Seine 120 Mitarbeiter am Standort haben Gleitzeit. "Von denen fängt keiner um 8 Uhr an", sagt er. So entgingen sie dem morgendlichen Verkehrschaos.

Ganz neu ist die Idee von Norbert Leinius nicht. Vor etwas mehr als einem Jahr hat die Politik mit einer Änderung des Flächennutzungsplans die baurechtlichen Voraussetzungen für die Straße geschaffen. Auch Bürgermeister Michael Sarach sah damals viel Positives in dieser Verbindung, da sich dadurch seiner Meinung nach neue Perspektiven für das Gebiet südlich des Beimoorwegs eröffneten. Denn mit einer Verkehrsentlastung würde sich auch der Lärm am Beimoorweg verringern. Dadurch wiederum würden die Voraussetzungen geschaffen, dass sich südlich der Straße in Zukunft nicht nur Gewerbe ansiedeln könnte, sondern auch Wohnbebauung infrage käme.

Die Straße ist auch in den Masterplan Verkehr aufgenommen worden. "Grundsätzlich ist beschlossen, dass die Verbindung kommen wird", sagt Ahrensburgs Stadtsprecher Andreas Zimmermann. "Fest steht aber noch nicht, wann und in welcher Art und Weise sie gebaut wird." Das hänge noch von mehreren Faktoren ab. So müsse zum Beispiel geklärt werden, wo die Deutsche Bahn ihr geplantes Ausbesserungswerk baue und wie es an den Verkehr angeschlossen werde. "Wir wissen noch nicht, wie hoch der Lieferverkehr dorthin sein wird", sagt Zimmermann. Ebenfalls noch nicht entschieden sei, was auf dem alten Famila-Gelände passiere, wenn das Unternehmen umsiedele. Hinzu komme die Frage, was mit der Nordtangente sei.

"Zurzeit ist zu viel in Bewegung", sagt Zimmermann. "Es gibt zu viele ungeklärte Sachverhalte." Deshalb sei es momentan wenig sinnvoll, die Straße in Angriff zu nehmen.