Stormarn

Wer kauft den Bahnhof Bargteheide?

Deutsche Bahn AG findet keinen Interessenten. Der Gemeinde sind die Sanierungskosten zu hoch

Bargteheide. Noch immer fehlt ein Käufer für das Bargteheider Bahnhofsgebäude: Nachdem die Deutsche Bahn AG im Frühjahr dieses Jahres bekannt gab, das Stormarner Empfangshaus neben elf weiteren Bahnhofsgebäuden in Schleswig-Holstein zu verkaufen, hat sich kaum etwas getan. "Noch ist keine Lösung in Sicht", sagt die Grünen-Politikerin Valerie Wilms. Als Mitglied des Bundestages und bahnpolitische Sprecherin ihrer Fraktion besucht die 58-Jährige während der Parlamentsferien die Bahnhofsgebäude, die zum Verkauf angeboten werden.

Den Zustand des denkmalgeschützten Verkaufsobjektes in Bargteheide hält sie jedoch für problematisch. Wilms: "Auch wenn es dem Käufer nur einen Euro kosten würde, wäre ein Deal wirtschaftlich nicht rentabel."

Das sieht der Bargteheider Bürgermeister Henning Görtz ähnlich, der den Bahnhof für die Gemeinde kaufen könnte. "So wie das Angebot der Deutschen Bahn momentan aussieht, würde ich es nicht übernehmen", sagt der Kommunalpolitiker. Denn das Bundesunternehmen verzichte auf Sanierungsarbeiten vor einer Übergabe und wolle die technischen Einrichtungen erhalten. Diese würden zur Zeit das gesamte Untergeschoss des insgesamt 1038 Quadratmeter großen Gebäudes belegen. 538 Quadratmeter werden momentan durch Wohnungen belegt. "Natürlich ist das Bahnhofsgebäude ein Teil der Bargteheider Geschichte, aber die Sanierungskosten würden Millionen betragen", sagt Görtz. Daher wünsche er sich einen privaten Investor, der das Potenzial des erkennt. Valerie Wilms hofft auf eine faire Verhandlungsbasis zwischen der Aktiengesellschaft und den Kommunen.

Die Grünen-Politikerin kritisiert die Deutsche Bahn: "Wenn die ihre Pflichten als Eigentümer früher wahrgenommen hätte, wäre das Gebäude jetzt nicht in einem so schlechten Zustand."