Stormarn

Aussichtsturm am Großensee?

Der Verein für Naherholung und Kultur sucht nach Standort und hofft auf Fördergeld

Großensee. Über den Baumkronen stehen und auf den Großensee blicken - geht es nach dem Verein für Naherholung und Kultur, soll diese Vision realisiert werden. Die Mitglieder denken über den Bau eines Aussichtsturms nach. Um einen geeigneten Standort zu finden, haben nun die Vereinsmitglieder Rik Uhmeier, Gerd Holst, Matthias Welge und Uwe Tillmann-Mumm mit Bürgermeister Karsten Lindemann-Eggers mithilfe einer Hubdrehleiter eines Spezialfahrzeuges von verschiedenen Stellen auf den See geschaut.

Der Test in luftiger Höhe ergab, dass ein Aussichtsturm wegen der Bäume eine Höhe von mehr als 25 Metern haben müsste. West- und Ostseite wurden wegen der hohen Bäume und der größeren Entfernung zum Wasser verworfen. Vom Nord- und Südstrand aus könnte man bis zur Mitte des Sees schauen.

Die Initiatoren hoffen auf Fördergeld von der Aktivregion Holsteins Herz. "Es gibt eine Faustregel, nach der man pro Meter mit Kosten von 10 000 Euro rechnen muss", sagt Vereinsmitglied Tillmann-Mumm, der zugleich Amtsvorsteher in Trittau ist. Tillmann-Mumm: "Die Idee ist vor etwa einem Jahr im Verein aufgekommen, als das Amt in den Verein Aktivregion Holsteins Herz eingetreten ist." Der Verein werde versuchen, mithilfe von Fördermitteln und eventuell auch durch private Sponsoren das Geld zusammenzubekommen. "Nur wenn wir die Förderung von 75 Prozent als Leuchtturmprojekt von der Aktivregion bekommen, wäre es finanzierbar", so Tillmann-Mumm.

"Die Planungen gehen allein vom Verein aus", sagt Lindemann-Eggers. Noch seien der Gemeinde die Pläne für einen Aussichtsturm nicht offiziell vorgestellt worden. "In einem nächsten Schritt müsste es dann in die konkretere Planung gehen", so der Bürgermeister. "Da muss dann geklärt werden, wo der Turm stehen und wie hoch er überhaupt sein soll."

Es sei eine interessante Idee, meint Lindemann-Eggers, doch sei bislang noch unklar, wie die enormen Kosten gedeckt werden könnten. "Wir wissen nicht, mit welchen Förderungen gerechnet werden kann", sagt der Bürgermeister. "Und auch an die Folgekosten muss gedacht werden. Darüber wurde überhaupt noch nicht diskutiert."

Die Idee für einen Turm am Großensee ist nicht neu. Vor rund 100 Jahren hatte Emil Lessau (1870 - 1946) einen zwölf bis 15 Meter hohen Holzturm auf der Ostseite des Sees gebaut - auf eigene Kosten. Heute befinden sich an dieser Stelle Tennis- sowie Parkplätze. Zudem versperren Bäume die Sicht auf den See.

Der Verein für Naherholung und Kultur will den Tourismus nicht nur durch einen Aussichtsturm stärken. Zudem soll der Rundweg um den Großensee ausgeschildert werden.