Kindernachrichten

Ein Knick in der Landschaft

Viele Menschen, die unser schönes Bundesland nicht so gut kennen, horchen bei einem Wort erstaunt auf. Knick?

Davon haben sie noch nie etwas gehört. Zumindest nicht im Zusammenhang mit einem Erdwall, auf dem Bäume wachsen. Doch genau so ist es: Schleswig-Holstein hat einen Knick in der Landschaft.

Genau genommen ist es nicht nur einer. Sondern es sind ganz viele, die das Land zwischen den Meeren prägen. Sie sind etwa anderthalb Meter hoch, zwei Meter breit und beliebig lang. Alle schleswig-holsteinischen Knicks aneinandergereiht wären 46 000 Kilometern lang. Das würde mehr als einmal um den Erdball herum reichen.

Knicks bestehen aus Erde, Stein oder Torf. Diese Wälle funktionieren wie lebende Zäune. Entstanden sind sie vor etwa 200 Jahren, indem sie zumeist künstlich, also von Menschenhand, aufgehäuft worden sind. Einst haben die Grünstreifen die Grenze zwischen einzelnen Feldern markiert. Viele von ihnen sind in der Vergangenheit auch wieder eingeebnet worden, um Felder miteinander zu verbinden und so größere, effizientere Anbauflächen zu schaffen. Heute stehen die Knicks in Schleswig-Holstein unter dem Schutz eines Gesetzes. Sie sind nämlich Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen. Und nicht nur das: Knicks brechen auch den Wind und verhindern so, dass er den Ackerboden von den Feldern weht.

Alle paar Jahre dürfen die Bäume auf den Knicks abgesägt werden. In welchem Maße, ist umstritten, wie ihr auf Seite 3 lesen könnt.