Stormarn

Barsbütteler SV verteidigt sich gegen Vorwürfe

Vorstand will über Mobbing und Sperren informieren

Barsbüttel. Der Barsbütteler SV geht nach den Vorwürfen, eine komplette Jugendmannschaft nach deren Austritt zu Unrecht gesperrt und rechtsradikale Äußerungen sowie Mobbing geduldet zu haben, in die Offensive. Auf der Spartenleiterversammlung am Dienstag, 21. September, wollen Vorstand Bernhard Zeppenfeld, sein Vize Markus Petrat und Schatzmeister Uli Münster vorschlagen, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Stimmt der erweiterte Vorstand zu, könnte die Versammlung rund drei Wochen später einberufen werden. Nach der Spartenleitersitzung will der Verein zu den erhobenen Anschuldigungen noch einmal Stellung nehmen.

Bürgermeister, Politiker und der Vorstand haben sich schon getroffen

"Bisher haben wir uns passiv verhalten, jetzt machen wir den Schritt nach vorn", sagt Zeppenfeld, der den BSV seit 14 Jahren führt. Der Sportverein war in die Kritik geraten, nachdem eine Jugendfußballmannschaft zum Willinghusener SC gewechselt war. Im Zuge des Streits waren auch Vorwürfe laut geworden, der Vorstand würde rassistischen Strömungen nicht entgegenwirken. Dabei ging es auch um ein T-Shirt mit offensichtlich rechtsradikalem Aufdruck, das drei Sportler dem Sohn des Vereinsvorsitzenden im Frühjahr 2009 geschenkt hatten. Der erwachsene Sohn hatte das Kleidungsstück im Verein getragen.

Nach dem Bekanntwerden des Vorfalls in der vergangenen Woche hatten Bürgermeister Thomas Schreitmüller, Bürgervorsteher Jörg Kiencke und die Fraktionsvorsitzenden den Vereinsvorstand zum klärenden Gespräch gebeten. "Die Vorwürfe gegen den BSV haben sich aktuell als haltlos erwiesen", sagte der CDU-Fraktionschef Christian Ebke nach dem Treffen. Der Vorstand habe aufzeigen können, dass der Verein seit Jahren gute Integrationsarbeit leiste.

Integrationsgedanke ist auch in der Satzung verankert

"Bei uns sind Migranten als Vereinsmitglieder genauso gerne gesehen wie alteingesessene Barsbütteler", sagt Bernhard Zeppenfeld. Das sei sogar in der Satzung des BSV verankert. Dort heißt es: "Der Verein lehnt Bestrebungen und Bindungen hinsichtlich parteipolitischer, konfessioneller, rassistischer und wirtschaftlicher Art ab."

Auch die von einigen Eltern als zu restriktiv kritisierte Vergabe der Sportplätze sei nicht zu beanstanden gewesen. Über weitere Vereinsinterna wie den Ärger um die bis November gesperrte Jugendmannschaft sei in dem einstündigen Gespräch nicht diskutiert worden. "Es war nicht Thema der Politik zu entscheiden, wer in welcher Mannschaft spielt", sagte Bürgermeister Thomas Schreitmüller.