Tarifkonflikt

Busfahrer stimmen ab: Wird schon nächste Woche gestreikt?

Die Fahrer der privaten Busbetriebe in Stormarn stimmen zurzeit über einen unbefristeten Streik ab. Noch bis morgen läuft die Abstimmung der Gewerkschaft Ver.di.

Bad Oldesloe. Hintergrund sind gescheiterte Tarifverhandlungen. Ver.di fordert eine einheitliche Bezahlung der Beschäftigten in Verkehrsunternehmen in Schleswig-Holstein - egal, unter welchen Tarifvertrag sie fallen.

In Stormarn sind laut Ver.di die Busbetriebe Dahmetal, Ahrensburger Busgesellschaft, die Fahrer der Heider Stadtverkehrgesellschaft sowie mehrere kleinere Betriebe betroffen.

"Wir gehen von einer eindeutigen Mehrheit für einen Arbeitkampf aus", sagt Gerhard Mette, Verhandlungsführer von Ver.di Nord. Der monatliche Lohn nach den verschiedenen Tarifverträgen unterscheide sich um bis zu 250 Euro. In Stormarn können sich laut Mette etwa 300 bis 350 Beschäftigte an der Abstimmung beteiligen. Die Mitglieder der Gewerkschaft können in den größeren Betrieben und in den Ver.di-Verwaltungsstellen, unter anderem in Bad Oldesloe, ihre Stimme abgeben. Sobald das Ergebnis vorliege, beginne die Streikplanung, sagt Mett: "Gestreikt wird dann spätestens in der kommenden Woche."

Das Busunternehmen Dahmetal verkündete gestern auf seiner Internetseite, es habe fünf Prozent mehr Lohn angeboten, um Streiks zu verhindern. Doch Ver.di blockiere die Verhandlungen. "Dafür haben wir kein Verständnis." Ein für gestern geplanter Warnstreik der Busfahrer in Schleswig-Holstein wurde abgesagt. "Bei den augenblicklichen Straßenverhältnissen möchten wir niemandem zumuten, nicht auf den Bus als Verkehrsmittel zurückgreifen zu können", sagte Mette. "Ein Warnstreik der Busfahrer würde für zusätzlichen Individualverkehr sorgen. Dies ist bei den momentanen Witterungsverhältnissen nicht erstrebenswert.