Stormarn
Briefwahl: 135 Kilo Unterlagen verschickt

15 Prozent der Reinbeker haben schon abgestimmt

Anträge auch aus Neuseeland und Nicaragua. Pappkartons erleichtern die Auszählung.

Reinbek. Noch eine Woche bis zum Wahlsonntag. Für Maike Franell, Sabine Scheel, Hannelore Meyer-Hiemer und Regine Rehder markiert das Datum den Endpunkt einer Arbeit, die am 24. August begann. Die Rathausmitarbeiterinnen haben ein Sitzungszimmer zum Wahlbüro umfunktioniert. Vorn können in zwei Wahlkabinen die Kreuze gemacht werden. Hinten arbeiten die Frauen daran, dass am 27. September alles klappt. Sie verschicken Briefwahlunterlagen oder geben sie an Reinbeker aus, die ins Wahlbüro kommen.

Und sie trommeln die Wahlhelfer zusammen. 168 braucht Maike Franell, die Leiterin des Wahlbüros. 164 hat sie schon. Viele sind bereits seit Jahren dabei. Maike Franell hat einen festen Kreis von Helfern, die sie vor der Wahl anschreibt. Mit je acht Personen sind die 17 Wahllokale besetzt. Dazu kommen vier Briefwahlvorstände, die im Rathaus die Stimmen auszählen.

Damit das Auszählen am Sonntag schneller geht, hat Maike Franell dafür gesorgt, dass überall Pappkartons bereitstehen: "Das erleichtert die Haufenbildung." Die Stimmzettel werden erst nach gewählter Partei sortiert und dann gezählt. Bei allem, was unklar ist, gibt es einen Extra-Pappkarton für "dubiose Wahlzettel". Den Wahlhelfern steht ein langer Tag bevor. "Morgens um halb acht treffen sie sich im Wahllokal", sagt Maike Franell. "Das Auszählen dauert sicher anderthalb Stunden pro Wahl, man sollte auch nicht versuchen, besonders schnell sein zu wollen. Genauigkeit geht vor." Mit anderen Worten: Vor 21 Uhr kommt keiner nach Hause. Und was passiert, wenn ein Helfer kurzfristig erkrankt? "Der Wahlvorsteher kann den ersten Wähler, der morgens kommt, zur Mitarbeit verpflichten", sagt Franell.

3089 der insgesamt 20 884 wahlberechtigten Reinbeker haben schon per Brief abgestimmt - das sind etwa 15 Prozent. Das Wahlbüro hat diesmal 135 Kilogramm Wahlunterlagen verschickt. 15 Briefe gingen nach Übersee, den längsten Weg nahmen Wahlzettel für Nicaragua und für Neuseeland.

Auch eine Wandergesellin hat mittlerweile ihre Unterlagen. Das Problem: In ihrer einjährigen Wanderzeit dürfen sich die jungen Gesellen nicht in ihrer Heimat aufhalten. An die Reinbeker Heimadresse konnten die Stimmzettel also nicht gehen. Die Damen vom Wahlbüro schickten sie an eine Adresse an der Müritz, wo die Frau gerade Arbeit gefunden hat.

Während Maike Franell all das erzählt, kommt ein Mann ins Wahlbüro. Er will als Helfer mitmachen. "Prima", sagt Franell. "Jetzt fehlen nur noch drei."