Stormarn

Schrei-Baby? Frauenduo hilft

Wenn Babys und kleine Kinder nicht mehr aufhören wollen zu schreien, hilft die erste Stormarner "SchreiBabyAmbulanz" Müttern und Kindern, wieder zur...

Wenn Babys und kleine Kinder nicht mehr aufhören wollen zu schreien, hilft die erste Stormarner "SchreiBabyAmbulanz" Müttern und Kindern, wieder zur Ruhe zu kommen. Sie leistet Krisenintervention, denn die Eltern kommen oft erst, wenn ihr Geduldsfaden fast zerreißt. Am 15. September eröffnet in Ahrensburg die erste Ambulanz, im Herbst folgt eine weitere in Reinfeld, und auch in Südstormarn ist ein Standort geplant.

Wenn Mütter und Väter mit ihren weinenden Säuglingen und Kleinkindern zu Christin Schwarz (42) und Monika Wiborny (47) in die "SchreiBabyAmbulanz" kommen, wissen sie schon, dass ihr Kind gesund ist. Aber warum schreit es trotzdem unentwegt? "Weil es seine einzige Möglichkeit ist, um mitzuteilen, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist", sagt Christin Schwarz.

Die jungen Eltern fragen sich oft, was sie falsch gemacht haben. "Nichts", sagt die Schreibaby-Therapeutin und Soziologin. Schwierigkeiten in der Schwangerschaft, das Schockerlebnis Kaiserschnitt, Spannungen in der Partnerschaft und Unsicherheit der Eltern können Ursachen sein. Spannungen der Eltern erzeugen Anspannung beim Kind. "Die Mütter merken das, wenn sie ihr Baby im Arm halten. Sein kleiner Rücken ist ganz fest." Schon in der ersten der maximal zehn Sitzungen lernen Mütter und Väter, wie sie zum Beispiel mit tiefen Tönen und wohltuenden Massagen ihre Kinder beruhigen können.

Von ihren qualifizierten Gesprächspartnerinnen erfahren sie, dass sie gute Mütter sind und ihre Babys völlig normal. Enttäuschung und Schuldgefühle spielen in den Gesprächen eine große Rolle. "Die Babys haben nichts gegen ihre Eltern", so Schwarz. In den freundlichen Räumen der "SchreiBabyAmbulanzen" haben Mama und Baby genügend Platz. Das alles können sie sich auch zu Hause verschaffen: "Wenn das Kind sicher liegt, kann die Mutter auch mal das Zimmer verlassen und einen Moment durchatmen", rät Christin Schwarz.

Den ersten Termin bieten die Therapeutinnen innerhalb von 48 Stunden an. Denn eines wissen die Schreibabytherapeutinnen: Diese scheinbarausweglosen Situationen können Gewaltfantasien erzeugen. Sie hören oft: "Ich hätte mein Baby schütteln können." Die Eltern wissen, dass auch das scheinbar harmlose Durchschütteln schlimme Folgen für das Kind haben kann -und ganz und gar nicht gegen die Dauerbeschallung aus dem Kinderbettchen wirkt.

Die "SchreiBabyAmbulanzen" haben bei der Arbeiterwohlfahrt in Stormarn einen Kooperationspartner gefunden, der bei der Finanzierung des Projekts hilft. Nicht jede Familie kann sich den Stundensatz von 60 Euro leisten, bei Hausbesuchen kommt Kilometergeld dazu. Geplant ist eine Selbstbeteiligung der Eltern je nach Einkommen von zehn bis 40 Euro, wenn sich immer mehr Sponsoren und Stiftungen für die neue Einrichtung engagieren. Mehr Infos gibt es bei Christin Schwarz unter Telefon 0170/284 86 97 und bei Monika Wiborny (040/45 92 48 "SchreiBabyAmbulanz" Ahrensburg, Starweg 78).


Internetseite www.schreibaby-hamburg.de