Stormarn
Trittau: Neuer Kindergarten wird erst im nächsten jahr fertig

Ausweichquartier für Kita-Kinder

Umbau der ehemaligen Tierarztpraxis an der Poststraße kostet mindestens 55 000 Euro. Container wären noch teurer.

Ein Ersatzquartier für Trittaus neuen Kindergarten der wegen der zähen Vorplanung nicht wie geplant im Herbst, sondern frühestens im Januar 2009 fertig wird (wir berichteten) ist gefunden: Die Kinder sollen so lange im Hochparterre der ehemaligen Tierarztpraxis in der Poststraße 38 betreut werden. Die Gemeinde hatte das gelb geklinkerte Wohnhaus bisher an das Amt Trittau verpachtet. Die Asylbewerber, die dort untergebracht waren, sind in die Unterkunft an der Hamburger Straße umgezogen. Die Gemeinde hat sich für diese Übergangslösung entschieden, weil sie die Eltern nicht im Stich lassen möchte.

"Es geht hier um Fälle, in denen die Eltern dringend auf einen Platz für ihren Nachwuchs angewiesen sind", betont Bürgermeister Walter Nussel (58). Das Provisorium ist für eine altersgemischte Gruppe mit 15 Kindern gedacht. Außerdem sollen zehn Krippenplätze entstehen. Der Umbau der 110-Quadratmeter- Wohnung zu einer Betreuungseinrichtung wird mindestens 55 000 Euro kosten. "Ich hoffe, dass wir damit auskommen", sagt der Verwaltungschef. Nachzurüsten sind unter anderem noch eine Küche sowie kindgerechte Waschbecken und Toiletten. Die Treppe ins Untergeschoss soll geschlossen werden. Die Außentreppe wiederum bedarf einer Sanierung. Außerdem ist eine Einzäunung des Gartens geplant, weil der 1,50 Meter höher liegt als das restliche Gelände. Die gestern begonnenen Bauarbeiten sollen bis zum 15. August abgeschlossen sein. Die Alternative wären Container gewesen. Doch die wären teurer geworden, und sie hätten auch erst noch angefertigt werden müssen. "Für die benötigten 26 Container hätten wir 200 000 Euro zahlen müssen", erklärt Nussel. Aber sind nicht auch 55 000 Euro zu viel Geld für ein Provisorium? Die Frage bewegt auch die Gemeinde, und es gibt daher inzwischen auch Überlegungen, aus dem Übergangsquartier eine Dauereinrichtung zu machen.

"Das lässt sich eventuell verstetigen", sagt Nussel "die Nachfrage nach Krippenplätzen wird künftig steigen." Der Kindergarten-Neubau (Kosten: mindestens 925 000 Euro) ist nicht rechtzeitig fertig geworden, weil die Politiker sich lange nicht auf einen Standort einigen konnten. Außerdem gab es Schwierigkeiten bei der Ausschreibung. Bauarbeiten für das Gebäude an der Heinrich- Hertz-Straße sollen jetzt Mitte August starten. Die Erschließung des Grundstücks hat bereits begonnen.