Stormarn
Marstall: Kulturstiftung Stormarn lud zur Eröffnung der Schau "König und Königin"

Wenn Köpfe kunstvoll aufeinanderprallen

Das Duo JKM - Karin Michaelis und Jürgen Krebber - lässt wundersame Dinge aus seinen Plastiken auftauchen.

Ahrensburg. Die rund 50 Kunstinteressierten, die "König und Königin" bei der Vernissage im Ahrensburger Marstall die Ehre erwiesen, sparten nicht mit Lob für die Plastiken des Künstlerduos JKM. "Ausgesprochen anregend und gedankenreich", sagte Heinz Wagner aus Ahrensburg. Rechtsanwalt Rudolf Dorsch pflichtete ihm bei: "Endlich einmal etwas ganz anderes, als man sonst zu sehen bekommt. Die Plastiken muss man auf sich wirken lassen."

In der Tat: Auf den ersten Blick sehen die mit Bauschaum, Acrylmasse und Neonfarben bearbeiteten Schaufensterpuppen leicht, heiter, sogar keck und vielleicht ein wenig uniform aus - besonders die zwölf Kopffiguren, die, jede auf einer weißen Stele ruhend, nebeneinander stehen. Das ändert sich sofort, sobald man an einem Rädchen dreht. Wundersame Dinge tauchen plötzlich aus den Köpfen auf: mal ein Affe auf einem Golfball, mal der Arm eines Kinds, eine Rakete, der Buddha im Käfig. Die eben noch realistisch wirkenden Plastiken werden zu surrealen Objekten, die menschliche Abgründe und Fantasien thematisieren. "Das ist Kunst in Aktion", meinte Stormarns Landrat Klaus Plöger.

Das Künstlerduo JKM - hinter dieser Abkürzung verbergen sich die Hamburgerin Karin Michaelis und der Nordrhein-Westfale Jürgen Krebber - zeigt einen Querschnitt aus den letzten acht Jahren. Die lebensgroßen Plastiken mit dem Titel "König und Königin" haben sie in ihrem Berliner Atelier extra für die Ausstellung in Ahrensburg geschaffen. "Dazu hat uns das Ahrensburger Schloss inspiriert", sagt Karin Michaelis, die als Kind oft in hier war und von einem Leben als Prinzessin geträumt hat.

"JKM setzen sich bewusst zwischen die Stühle. Ihr Realismus ist in keinem der gängigen Realismen unterzubringen. Er ist weder fotografisch noch magisch noch kritisch", sagte der Leiter des Berliner Künstlerhauses Bethanien, Christoph Tannert. JKM arbeiteten mit Brüchen. Nichts dürfe zu echt sein. Immer sei klar, wo die Wirklichkeit aufhöre und die Inszenierung beginne. Tannert: "JKM sind in der Zeit ihres Durchbruchs. Sie haben ihre Form gefunden."

Die Ausstellung, die die Kulturstiftung Stormarn der Sparkasse Holstein zeigt, ist mittwochs bis sonnabends von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Die Schau endet am 17. Februar mit einem Künstlergespräch (15 Uhr), das der kulturelle Geschäftsführer der Kulturstiftung, Johannes Spallek, moderiert.