Stormarn
Kommentar

Oststeinbek muss sich entscheiden

Auf der einen Seite der Landesgrenze zieht der Erste Bürgermeister. Ole von Beust hat es zur Chefsache erklärt, dass die Hamburger Niederlassung des Versicherungsriesen Allianz auch in Hamburg bleibt.

Mit welchen Argumenten von Beust seinem Ziehen Kraft verleiht, bleibt sein Geheimnis. Die Argumente eines Ersten Bürgermeisters dürften jedoch tauglich sein, die Konzernverantwortlichen zu überzeugen.

Auf der anderen Seite der Landesgrenze will Oststeinbek ziehen. Doch es ist eher ein Zögern und Zaudern. Ehe kein Mietvertrag unterschrieben ist, wollen die Politiker nicht mal Planungsrecht schaffen. Egal, wie groß die Chancen auf den Allianz-Coup jemals gewesen sind: Damit dürfte das Thema durch sein für die kleine Gemeinde an der Landesgrenze.

Also stellt sich die Frage, welche Chancen sich der Ort realistischerweise überhaupt noch ausmalt. Und: Wie groß das Interesse an der Ansiedelung überhaupt ist.

Sollte beides eher gering sein, so wäre es richtig, die Planungen auf Eis zu legen - zumindest so lange, bis sich der Allianz-Konzern geradezu aufdrängen sollte. Doch gerade das erscheint derzeit eher unwahrscheinlich.

Sollte Oststeinbek das Allianz-Projekt hingegen wirklich wollen, dann muss Schluss sein mit Zögern und Zaudern. Dann muss auch gezogen werden. Dann muss zumindest Planungsrecht her. Allerdings darf eine Planung, die für die Allianz gemacht wird, auf keinen Fall dazu führen, dass letztendlich ganz andere Firmen einziehen. Oder der Gemeinde eine gigantische Bürobrache droht. Dieses Problem gilt es jetzt zu lösen. Schnell.