Corona-Pandemie

Ahrensburger Händler sind zufrieden mit Stadtgeld-Aktion

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Carl Schreiber
Laut Katrin Erichsen, Mitarbeiterin beim Kinderfachgeschäft Ollefant, werden die Kunden durch die Gutscheine auch dazu angeregt, etwas mehr zu kaufen.

Laut Katrin Erichsen, Mitarbeiterin beim Kinderfachgeschäft Ollefant, werden die Kunden durch die Gutscheine auch dazu angeregt, etwas mehr zu kaufen.

Foto: Carl Schreiber / HA

Verwaltung zählt zum Start rund 3000 eingelöste Einkaufsgutscheine pro Tag. Geschäftsleute freuen sich über dankbare Kunden.

Ahrensburg.  Eine Woche nach dem Start des Ahrensburger Stadtgeldes ziehen Händler und Verwaltung ein positives Zwischenfazit. Allein an den ersten beiden Aktionstagen wurden nach Rathausangaben jeweils um die 3000 Einkaufsgutscheine eingelöst.

„Die Kunden sind sehr dankbar, dass sie ihren Stadtgeld-Gutschein bei uns einlösen können“, sagt Nina Mielke, Inhaberin der Druckerei Storch an der Königstraße. Schon vor dem Start hätten sich einige Ahrensburger erkundigt, ob der Gutschein auch in ihrem Geschäft ausgegeben werden könne. Sie sagt: „Bis jetzt ziehe ich eine positive Bilanz der ersten Tage, das Scannen des QR-Codes funktioniert ohne Probleme.“

Händler und Gastronomen sollen unterstützt werden

Die Stadt Ahrensburg will mit der Aktion Geschäfte, Gastronomiebetriebe und Kultureinrichtungen unterstützen, die während der Corona-Pandemie immer wieder für längere Zeit geschlossen bleiben mussten. Um mitmachen zu können, müssen sich die Unternehmen auf dem Händler-Portal unter der Adresse https://youbuyda.de/ahrensburg registrieren. Bislang sind auf der Seite rund 90 teilnehmende Betriebe aufgeführt, neue Registrierungen sind weiterhin noch möglich.

Das Kinderfachgeschäft Ollefant an der Rathausstraße steht bereits auf der Teilnehmerliste, Mitarbeiterin Katrin Erichsen sagt: „Die Stadtgeld-Aktion wird gut angenommen. Dadurch sind die Kundinnen und Kunden auch angeregt, etwas mehr zu kaufen.“ Einige hätten sich richtig über die Gutscheine gefreut, so Erichsen. Kinder haben Coupons im Wert von 50 Euro bekommen, für Erwachsene gab es 30 Euro.

In 46 Geschäften wurden bislang Gutscheine eingelöst

Auch bei der Badeperle am Rondeel können die Gutscheine eingelöst werden. „Es kommen einige Kunden ins Geschäft, die sonst nicht da sind“, sagt Inhaberin Angela Hoch. „Die Menschen sind positiv gestimmt, und ich freue mich, dass so der Handel in Ahrensburg unterstützt werden kann.“ Eine Kundin erfährt erst vor Ort, dass sich die Badeperle auch an der Aktion beteiligt. Vor ein paar Tagen habe sie das Geschäft rund um Duschen, Baden und Saunen noch nicht auf der Übersicht gefunden, sagt die Frau. Die Teilnehmerliste hat sich in den vergangenen Tagen noch erweitert, kurz vor Beginn der Aktion waren erst 50 Betriebe aufgeführt.

„Bei 46 Geschäften wurden schon Gutscheine eingelöst“, sagt Anja Gust, Wirtschaftsförderin der Stadt Ahrensburg. Am ersten Aktionstag seien mehr als 3000 Coupons eingelöst worden, am Dienstag seien es knapp unter 3000 gewesen. Von dieser Woche an erhält die Stadtverwaltung vom Dienstleister Youbuyda zweimal pro Woche, jeweils montags und donnerstags, Zahlen zu den eingelösten Coupons. „Da es sich bei den Gutscheinen um eine für die Händler steuerfreie Einnahme handelt, erhalten sie am Ende der Aktion eine Gesamtaufstellung, um diese dem Finanzamt vorlegen zu können“, sagt Gust.

Umfrage unter den Händlern nach Aktionsende geplant

Zu Beginn seien die Reaktionen vonseiten der Händler durchwachsen gewesen, sagt die Rathausmitarbeiterin. „Mittlerweile bekommen wir von den Unternehmen aber durchweg positive Rückmeldungen.“ Eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts sei nicht möglich, da in der 34.000-Einwohner-Stadt Ahrensburg keine Universität ansässig sei. Es werde aber im Anschluss eine Umfrage unter den Händlern geben, um auswerten zu können, ob sich der Umsatz durch das Stadtgeld positiv entwickelt habe. Anja Gust betont: „Die Idee für das Stadtgeld kam aus der Politik und nicht aus der Verwaltung.“

Beim Schuhgeschäft Görtz am Rondeel ist die Stadtgeld-Aktion gut angelaufen. Mitarbeiterin Nicole Heller sagt: „Die Kundinnen und Kunden freuen sich sehr. Gerade Eltern sind dankbar, dass sie dadurch weniger für Kinderschuhe bezahlen müssen.“ Sie sieht keine bürokratischen Hürden und zieht nach den ersten Tagen ein positives Fazit. Es kämen dadurch auch einige Kunden, die eigentlich keinen Schuhkauf geplant hätten. Nicole Heller findet die Aktion gut, um den ortsansässigen Handel wirtschaftlich zu unterstützen.

Bei Holger Schaks in der Galerie Bildschön fragten Kunden schon vor dem offiziellen Start, ob sie die Stadtgeld-Gutscheine bei ihm einlösen könnten. „Auf mich macht der Dienstleister Youbuyda einen vertrauenserweckenden Eindruck“, sagt der Galerist. Für das Image der Stadt sei diese Aktion klasse. „Das bringt Frequenz in die Ahrensburger City, und das Geld kommt bei den Händlern an“, so Schaks.

Einwohner aus Nachbarorten fragen nach Coupons

Im Rathaus kommen laut Wirtschaftsförderin Gust auch Anfragen aus Hammoor und Ammersbek an. „Die Bewohner dieser Orte kaufen ja auch in Ahrensburg ein und würden gern vom Stadtgeld profitieren“, sagt Gust. „Das zeigt doch, dass es sich um eine sinnvolle Aktion für die Händler handelt.“ Die Gutscheine gibt es aber nur für Ahrensburger. In den vergangenen Tagen bekomme sie vermehrt E-Mails von Einwohnern, die sich für das Projekt bedankten. Solche Reaktionen sei man in der Verwaltung gar nicht gewohnt, sagt Gust.

Kirsten Niemeier vom Fachgeschäft Elektro Löw findet den Ansatz des Stadtgeldes grundsätzlich gut, sieht aber Schwierigkeiten bei der Umsetzung. „Wir müssen die Beträge der Coupons im Kassenbuch verbuchen, um bei der Buchprüfung der Beweispflicht dem Finanzamt gegenüber nachzukommen“, sagt sie. Und weiter: „In unser Geschäft kommen keine Kunden nur wegen des Stadtgeldes.“ Sie sei auch mit anderen Einzelhändlern im Austausch, um das Thema Buchung zu besprechen.

Gutscheine können bis 10. Juli eingelöst werden

Alexandra Schokrowski, Inhaberin des Elektrofachgeschäftes Clasen an der Hamburger Straße, erzählt, dass das Stadtgeld bei ihr im Geschäft gut angenommen werde. „Ich hatte zwar anfängliche Schwierigkeiten bei der Anmeldung, aber jetzt läuft es“, sagt Schokrowski. Sie frage sich, wann das Geld von der Stadt bei den Händlern ankomme. Schokrowski ergänzt: „Nach den ersten Tagen kann ich sagen, dass sich die Kunden sehr gefreut haben über die Aktion.“

Die Ahrensburger haben noch weitere fünf Wochen Zeit, ihre Coupons in den Geschäften auszugeben. Am 10. Juli endet das Projekt.

Eine vollständige Liste der teilnehmenden Betriebe ist im Internet unter der Adressehttps://youbuyda.de/ahrensburg zu finden. Weitere Informationen zum Stadtgeld gibt es unter www.ahrensburger-stadtgeld.de. Zudem hat die Verwaltung eine Telefonhotline unter der Nummer 04102/77-500 eingerichtet.

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