Nahverkehr: Pendler kritisieren Umsteigen in Harburg

Metronom soll bis Hamburg fahren

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Laura Fölmer, Daniel Herder und Martin Jäschke

Gewünscht wird auch mehr Taktdichte, weil die Züge meistens voll sind.

Stade /Harburg/ Lüneburg. Hamburg und der regionale Nahverkehr - derzeit ein heftig diskutiertes Thema. Der Metronom, den Pendler aus den Landkreisen Stade, Harburg oder Lüneburg auf ihrem täglichen Arbeitsweg nutzen, fährt nur in Ausnahmen bis zum Hamburger Hauptbahnhof durch. Meistens ist am Harburger Bahnhof Endstation. Zudem sind die Züge während der Hauptverkehrszeit extrem überfüllt. Mehr Züge will Hamburg nicht aufnehmen. Was sagen die Fahrgäste dazu? Abendblatt-Reporter sind zugestiegen und haben nachgefragt.

Manuel Peters steht jeden Morgen vor dem gleichen Problem, wenn er um 6.33 Uhr am Himmelpfortener Bahnhof in den Metronom Richtung Hamburg steigt. "Ich finde kaum einen Platz, der Zug ist brechend voll, immer", sagt er. Mit der Taktdichte - der Metronom fährt einmal pro Stunde von Hamburg nach Cuxhaven und in die Gegenrichtung - ist Peters zufrieden. "Nur einen Wagen dranhängen, das würde mal richtig Sinn machen", sagt der Berufspendler, der in Buxtehude als Briefzusteller arbeitet. Tatsächlich prüft das Unternehmen, ob die Züge während der Pendler-Stoßzeiten aufgestockt werden können. Das Problem: Die auf der Strecke eingesetzten Bombardier-Loks, Typ 246, sind eigentlich nur für fünf Wagen zugelassen. Und diese technischen Gegebenheiten gelte es zu beachten

"Erst die langen Treppen rauf, dann wieder runter - wenn ich in Harburg umsteigen muss, dann verliere ich über eine halbe Stunde", sagt Jan Jappsen aus Klecken. Obwohl direkt vom Gleis des Bahnhofs Rolltreppen in den S-Bahn Tunnel führen, verlieren die Passagiere wertvolle Minuten. "Mit der S-Bahn brauche ich acht Minuten mehr in die Hamburger City. Und das Umsteigen kostet auch noch einige wertvolle Minuten." Zudem ärgert sich der 31-Jährige darüber, dass die Züge für seine Begriffe zu selten fahren, teilweise nur stündlich. "Ich komme eigentlich nie pünktlich aus dem Büro und dann sitze ich manchmal fast eine Stunde auf dem Bahnhof fest", so der Student. Ähnlich sieht Marita Azar die Situation. Sie nutzt den Metronom zwar nur zwischen Buchholz und Maschen, ist aber dennoch unzufrieden mit dem täglichen Arbeitsweg. "Manchmal steht man so eng beieinander, dass man kaum noch Luft bekommt", sagt die Buchholzerin. "Besonders abends in den Zügen, die aus Hamburg kommen, ist das Gedränge groß."

Auch auf der Strecke zwischen Lüneburg und Hamburg ist die Situation in den Zügen am Morgen und am späten Nachmittag nervig, beklagen die Fahrgäste.

Sabine Bauereis studiert Jura in Hamburg und pendelt daher häufig zu den Stoßzeiten. "In den Hauptpendlerzeiten muss man schon oft stehen, viele setzen sich dann auch an die Abfalleimer in den Türbereichen", sagt die 26 Jahre alte Lüneburgerin. Dass Hamburg dem Güterverkehr Vorrang gewähren will, kann sie nicht verstehen. "Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise ist das für mich ein eher abwegiges Argument." Auch der 61 Jahre alte Klaus Würgau übt Kritik. Wenn man die Pendler von der Straße holen wolle, müsse man auch entsprechend für die Infrastruktur auf der Schiene sorgen, so Würgau. "Aber mit Güterverkehr wird natürlich das Geld verdient. Nicht mit Personenverkehr."

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