Zwei Unternehmen legen Vorschläge vor

Neu Wulmstorfs Politiker haben die Qual der Wahl

Der Neubau darf nicht mehr als 269 100 Euro kosten. Und er soll noch in diesem Jahr gebaut werden.

Elstorf

Ein gläserner Pavillon, der an die Architektur der Hamburger HafenCity erinnert. Oder ein konventionelles Gebäude mit Klinkerfassade, die sich in das Ortsbild einfügt. Das sind die beiden Entwürfe für den Neubau eines Jugendtreffs in Elstorf. Sie wurden am Donnerstagabend in der gemeinsamen Sitzung der Neu Wulmstorfer Ausschüsse für Ortsentwicklung und Jugend im Jugendzentrum in Neu Wulmstorf erstmals öffentlich vorgestellt. Welcher Vorschlag das Rennen macht, ist noch offen. Die Politiker der beiden Fachausschüsse haben keine Empfehlung angegeben, wollen noch in den Fraktionen beraten. Jetzt soll der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am 11. Juni entscheiden, wie der Jugendtreff in Elstorf aussehen soll. Bis dahin erwarten die Politiker, dass die Gemeindeverwaltung Farbe bekennt und ihren Favoriten nennt. Außerdem soll die Jugendpflege sagen, in welchem Haus sie lieber arbeiten würde.

Die Standortfrage indes ist entschieden: Neu Wulmstorfs Politiker haben sich auf eine Fläche am Südwest-Rand des Parkplatzes am Sportzentrum Elstorf festgelegt - etwa 30 Meter vom Gebäude des TSV Elstorf entfernt. Für den Bau auf dem Parkplatz muss die Gemeinde bis zu 24 Ersatzstellflächen schaffen. Die Kosten dafür: bis zu 18 000 Euro. Die CDU hält einen Standort im Ortszentrum für besser - der neue Jugendreff wäre etwa einen knappen Kilometer von Elstorfs Mitte entfernt. Seit Jahren konnte allerdings kein Standort im Zentrum gefunden werden. Überall wehren sich Nachbarn gegen einen Jugendtreff vor ihrer Haustür.

Der Jugendtreff-Neubau darf nicht mehr als 269 100 Euro kosten. Und er soll noch in diesem Jahr gebaut werden. Die Gemeinde Neu Wulmstorf hatte vier Unternehmen aufgefordert, ein Angebot abzugeben. Ein Angebot überstieg die vorgeschriebene Obergrenze. Ein Unternehmen gab kein Angebot ab. Damit bleiben zwei Unternehmen im Rennen: die Noah Holzhäuser GmbH aus Heede (Kreis Pinneberg) und die Kleusberg GmbH aus Hamburg in Zusammenarbeit mit den freien Architekten Fabian Dieterle.

Der spektakulärere Entwurf kommt von den Hamburgern: Sie wollen für Elstorfs Jugendliche einen 120 Quadratmeter großen Glas-Pavillon mit Putzfassade bauen. Die eher urbane Architektur für Elstorf (3013 Einwohner) und das Nachbardorf Schwiederstorf (881 Einwohner) ist nicht jedermanns Sache: "Alle anderen Gebäude in der Umgebung sind Klinkerbauten", sagt Hans Heinrich Wiegers (UWG), "ein Putzbau gehört da nicht hin." In dem Glasbau könnte es im Sommer zu heiß sein, gibt Uwe Stockleben zu bedenken. Andere begeistern sich für die ungewöhnliche Architektur: "Das ist mal etwas anderes, das hervorsticht. Es muss nicht immer Klinker sein", sagt Sven Gottschewsky (SPD). Auch Erzieherin Jenny Kirstein, die in dem Jugendtreff arbeiten wird, begrüßt den Glasbau: "So kann ich alles überblicken."

Ins Ortsbild passt der Holzrahmenbau mit Klinkerfassade, den die Noah Holzhäuser GmbH anbietet. Es ist der pragmatischere Bau: Mit 165 Quadratmetern wäre er größer als das Konkurrenzangebot. Die Energiebilanz, so Geschäftsführer Ernst-Günter Gottschau, sei nahe am Passivhaus. Mit einer Verblendfassade sei das Haus robust: "Damit die Jugendlichen auch mal härter zur Sache gehen können." Für einen Jugendlichen aus Elstorf sieht das zu sehr nach Festung aus: "Wir wollen nicht in einem Bunker sitzen", sagt er. Andere Jugendliche kritisieren den Standort am Ortsrand: "Es sieht so aus, als ob wir aus dem Zentrum rausgeschmissen werden sollen."

Auch wenn ein festes Gebäude den bisher improvisierten Jugendtreff an der Mehrzweckhalle ablösen wird: Zusätzliches Personal für die Jugendbetreuung in Elstorf soll nicht eingestellt werden. "In Elstorf entsteht kein zweites Jugendzentrum", sagt Gemeindejugendpfleger Eick Elvers, "sondern es bleibt ein klassischer Jugendtreff." Neu werden aber Angebote für Jüngere in einem Kreativraum sein, zum Beispiel Töpfern.