Urlaub an der Nordsee

Hafenort Büsum bekommt eine „Bretterbude“

So soll das Gebäude mit den Beach-Appartements in Büsum aussehen. Visualisierung.

So soll das Gebäude mit den Beach-Appartements in Büsum aussehen. Visualisierung.

Foto: Architekturbüro Ladehoff

Hamburger Hotelgruppe investiert 20 Millionen Euro. 116 Zimmer entstehen. Baubeginn im Frühjahr. Was die Gäste erwartet.

Büsum.  Es geht weiter voran mit neuen modernen Hotels in Büsum. Nach dem Lighthouse Hotel & Spa bauen die Heimathafen Hotels neue Beach-Appartements und ein „Bretterbude“ genanntes Hotel – ähnlich dem Vorbild in Heiligenhafen an der Ostsee. Coronabedingt haben sich die Bauarbeiten verzögert.

Das erfolgreiche Konzept der Bretterbude soll von der Ostsee an die schleswig-holsteinische Nordseeküste nach Büsum gebracht werden. Das Lighthouse Hotel & Spa wurde bereits im August 2019 eröffnet. Nun plant die Hamburger Hotelgruppe wieder Großes: Baubeginn für die Bretterbude ist fürs Frühjahr 2021 vorgesehen, ein Jahr später als ursprünglich geplant, weil sich die Baugenehmigungen verzögert hatten. Die Eröffnung ist für 2022 geplant.

Statt in Zimmern schlafen die Gäste hier wie in Heiligenhafen auch in sogenannten Butzen. Insgesamt sollen davon 116 entstehen. Mit dabei wird auch das Restaurant Strandschuppen mit 150 Innen- und 120 Außenplätzen sein. Da die Bretterbude gezielt junge Leute, insbesondere Surfer, Kiter und Skater anspricht, wird es auch in Büsum Möglichkeiten zum Skaten im In- und Outdoor-Bereich des Hotels geben.

Wellnessbereich mit zwei Saunen

Darüber hinaus sind für die Bretterbude zwei Bars, eine Outdoor-Beachbar und Lounge, ein Shop, ein Fahrradverleih sowie ein Kinoraum vorgesehen. Entspannen können die Gäste in einem Wellnessbereich mit zwei Saunen, zwei Ruheräumen und zwei Behandlungsräumen für Massagen und Kosmetik. Neben 116 Parkplätzen, davon 50 in einer Tiefgarage, stehen zudem sieben Bulli-Stellplätze zur Verfügung.

Urlaub in Zeiten des Coronavirus
Urlaub in Zeiten des Coronavirus

Direkt neben der Bretterbude in der Perlebucht, zwischen den Hotels Küstenperle und Friesenhof, werden außerdem zwei Häuser gebaut mit insgesamt 50 Appartements. Das Grundstück neben dem Hotel Küstenperle an der Dithmarscher Straße ist derzeit eine Wiese und wird als Parkplatz benutzt. Genau wie schon beim Lighthouse arbeitet Jens Sroka, Geschäftsführer der Heimathafen Hotels, wieder mit dem Architekten Thomas Ladehoff zusammen.

28 Appartements werden an externe Investoren­ verkauft

Von „muckeligen“ 32-Quadratmeter- Appartements bis großen und geräumigen 102 Quadratmeter großen Appartements – „für jeden Geschmack und Geldbeutel was dabei“, sagt Christian Sroka von den Heimathafen Hotels. Es wird wohl die Einrichtungsvarianten Malibu und Key West geben. „Beide Varianten beinhalten Möbel von Riviera Maison, allerdings in unterschiedlichen Stilen“, so Sroka. Gäste, die ein Appartement mieten, können ihr Frühstück entweder auf dem Appartement zu sich nehmen oder im Frühstücksrestaurant, das sich im Beach-Appartement-Gebäude nahe zum Deich befindet.

Kaffee und Kuchen für den Snack zwischendurch und eine Weinbar für abends wird es eventuell ebenfalls in dem Restaurant geben. Und Wellness gehört auch dazu: Im Untergeschoss des Gebäudes am Deich wird es zwei Ruheräume zum Entspannen geben, eine Sauna und ein Dampfbad sowie einen Whirlpool.

Bei Anreise kann einer von 52 Parkplätzen genutzt werden – die Hälfte der Parkplätze wird in einer Tiefgarage bereitgestellt. 28 Appartements werden an externe Investoren­ verkauft. Investionssumme: R­und 20,1 Millionen Euro für die Bretterbude, 11,7 Millionen Euro für die Beach-Appartements.

Dringender Bedarf an weiteren Hotelbetten in Büsum

„Hotels werden in Büsum dringend benötigt, um vor allem in der Vor- und Nachsaison attraktiv zu bleiben“, sagt Olaf Raffel, Geschäftsführer der Tourismus Marketing Service Büsum GmbH. Hotels würden mit dafür sorgen, dass Büsum als Urlaubsort lebendig bleibt. „Das ist gut für die Branche, insbesondere für die Arbeitskräfte und die Zulieferbetriebe.“

Der Anteil von Hotelbetten an allen Unterkunftsarten (rund 16.000) liegt in Büsum noch unter zwölf Prozent. Im Vergleich zum Durchschnittswert in gesamt Schleswig-Holstein (21 Prozent im gewerblichen Bereich) sei das noch gering. Raffel: „Der Hotelmarkt in Büsum hat sich in den letzten Jahren sehr gut entwickelt, es ist noch Potenzial vorhanden. Die Entwicklung der touristischen Nachfrage, insbesondere des Inlandstourismus, würde weitere Projekte rechtfertigen.“ Derzeit gibt es 16.000 Betten in Büsum. „Nach der Fertigstellung von Bretterbude und Beach-Appartements gehen wir von einem Hotelbettenanteil von 14 Prozent aus“, sagt Raffel.

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Eine Konkurrenz für bereits bestehende Hotels seien die beiden Objekte keinesfalls. Ganz im Gegenteil: „Bretterbude und Beach-Appartements mit Übernachtungsmöglichkeiten für die jüngere Zielgruppe in unmittelbarer Nähe zur Familienlagune Perlebucht berücksichtigt die Bedürfnisse der Gäste. Die Häuser ergänzen die bestehenden Angebote im Ort und sind zudem untereinander nicht austauschbar“, sagt Olaf Raffel. Die beiden Hotels würden das Profil Büsums weiter stärken.