Schleswig-Holstein

Etwas weniger Jungstörche im Norden als im Vorjahr

Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Gut 560 Weißstörche sind in diesem Jahr flügge geworden. Doch die Unerfahrenheit mancher jüngerer Paare machte sich bemerkbar.

Heide. Bruterfolg der Weißstörche in Schleswig-Holstein: In diesem Jahr sind gut 560 Jungstörche flügge geworden, wie Jörg Heyna von der Nabu-Arbeitsgruppe Storchenschutz sagte. Insgesamt seien im nördlichsten Bundesland 349 Brutpaare gezählt worden. „Davon haben 252 Paare erfolgreich gebrütet“, sagte Heyna.

Die Zahl der Jungstörche blieb in diesem Sommer jedoch um 103 hinter dem Vorjahresergebnis zurück, obwohl zwischen Nord- und Ostsee über 50 Storchenpaare mehr brüteten.

„Das waren jedoch größtenteils junge Vögel ohne Bruterfahrung“, erklärte der Storchen-Experte. Sie hätten aufgegeben oder gar nicht erst mit dem Brüten begonnen. „Außerdem war dieses Jahr die Nahrungssituation nicht so gut wie 2019. Im vergangenen Jahr gab es besonders viele Mäuse - ein Phänomen, das alle paar Jahre auftritt. Wenn ausreichend Feldmäuse zur Verfügung stehen und das Wetter mitspielt, finden die Alt-Störche genügend Futter für ihren Nachwuchs.“ Das sei in diesem Jahr nicht so gewesen.

Großer Teil der Weißstörche ist unterwegs Richtung Süden

Außerdem seien in diesem Jahr überdurchschnittlich viele taube Eier in den Nestern gewesen. „Entweder waren sie nicht befruchtet, oder während der Bebrütungsphase abgestorben. So etwas kommt immer wieder mal vor, ist etwas ganz natürliches im Tierreich.“

Aktuell sei ein großer Teil der Weißstörche bereits unterwegs in Richtung Süden in die Winterquartiere. „Störche aus Schleswig-Holstein sind schon in der Ukraine und der Slowakei. Störche aus anderen Bundesländern sind teilweise sogar schon in der Türkei“, sagte Heyna.