Aumühle

Familie Bismarck muss die Sauen rauslassen

Maximilian von Bismarck mit seiner Schwester Gunilla.

Maximilian von Bismarck mit seiner Schwester Gunilla.

Foto: Juergen Joost

Die Forstbehörde ordnet den Abbau der Jagdgatter im Sachsenwald an – es ist das Aus für ein feudales Relikt.

Aumühle. Ausgerechnet am 1. April, diesem für Späße aller Art bestens geeigneten Tag, ist es vorbei mit dem Jagdvergnügen: Die Familie Bismarck muss die Sauen rauslassen. Es geht um zwei Gehege im Sachsenwald, die das Jagen erleichtern – schließlich können die Tiere nicht fliehen. Doch nun sollen die Zäune abgebaut werden: Freiheit für die Wildschweine, die in dem einen Gehege leben – und auch für das Rotwild, dass in dem anderen umzäunten Areal heimisch ist.

Jagdgatter sind ein Überbleibsel aus feudalen Zeiten, als sich Fürsten aller Art und allen Rangs daran erfreuten, das Gewehr anzulegen. Hilfreiche Geister trieben ihnen das Wild vor die Läufe. Der Feudalismus ist längst vorbei, aber die Bismarck’schen Jagdgatter haben ihn überlebt. Seit 1999 gilt in Schleswig-Holstein ein Verbot dieser Gatter.

Am 1. April müssen die Gatter geöffnet werden

Der Gesetzgeber räumte damals eine großzügige Übergangsfrist bis 2014 ein, möglicherweise in der Annahme, dass der Verzicht auf feudale Relikte besonders schwer fallen könnte. Nach Ablauf der Übergangsfrist zogen die Bismarcks vors Verwaltungsgericht – und unterlagen. Seit 2018 steht fest: Die Gatter müssen geöffnet werden, wie die Verwaltung des Kreises Herzogtum Lauenburg anordnete.

Maximilian von Bismarck griff nun zu einer Finte, um die Flinte nicht strecken zu müssen. Er stellte den Antrag, aus einem Teil des Wildschweingeheges einen öffentlichen „Sauenpark“ machen zu dürfen. Für das Gehege sollten seltsame Regeln gelten: Von einer „gelenkten Öffnung“ war die Rede, keinesfalls sollte es eine Touristenattraktion werden.

Bei der Forstbehörde des Kreises stieß das nicht auf Gegenliebe. Der Entwurf der Ablehnung des Antrags sei den Bismarcks bereits zugeleitet worden, sagte ein Sprecher. „Am 1. April müssen die Gatter geöffnet werden, am 2. April werden wir das kontrollieren.“