Schleswig-Holstein

Busfahrerstreik: Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr

Ein Busfahrer steht streikend vor dem Depot der Kieler Verkehrsgesellschaft. Die Gewerkschaft Verdi hatte im Tarifstreit zu ganztägigen Warnstreiks im Norden aufgerufen.

Ein Busfahrer steht streikend vor dem Depot der Kieler Verkehrsgesellschaft. Die Gewerkschaft Verdi hatte im Tarifstreit zu ganztägigen Warnstreiks im Norden aufgerufen.

In mehreren Städten im Norden blieben die Busse am Dienstagmorgen in den Betriebshöfen. Diese Linien sind betroffen.

Kiel. Ein ganztägiger Warnstreik im öffentlichen Busverkehr hat am Dienstag in Schleswig-Holstein begonnen. In Kiel, Neumünster, Flensburg und Lübeck blieben Busse am frühen Morgen in den Betriebshöfen, wie ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi der Deutschen Presse-Agentur sagte. Verdi untermauert mit der Aktion seine Forderungen im festgefahrenen Tarifkonflikt der Branche.

Stadtverkehr in Lübeck eingeschränkt

Nach Angaben der Stadtverkehr Lübeck GmbH werden alle Busse des Stadtverkehrs von Betriebsbeginn bis Betriebsende im Depot bleiben. Die Linien 30, 31, 32, 33, 35, 38, 39 und 40 der Lübeck-Travemünder-Verkehrsgesellschaft (LVG) sind von dem Streik nicht berührt und fahren nach Fahrplan, heißt es vom Nahverkehr Schleswig-Holstein.

Der Fährverkehr der Priwall-Autofähre wird eingeschränkt aufrechterhalten. Auch die Service-Center sind geschlossen.

Kieler Busse fahren bis Betriebsbeginn am Mittwoch nicht

Die Busse der KVG werden in Kiel ebenfalls bestreikt. Dazu zählen alle Fahrten von Betriebsbeginn am Dienstagmorgen bis zum Betriebsbeginn am Mittwoch – einschließlich der Nachtbusse. Fahrgäste, die vom Ost- zum Westufer und umgekehrt fahren wollen, können auf die Schwentinelinie F2 der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel mbH (SFK) ausweichen. Diese verkehrt alle 30 Minuten von Dietrichsdorf über Wellingdorf zur Reventloubrücke.

Kein öffentlicher Verkehr in Neumünster

In Neumünster fällt der gesamte Stadtverkehrs aus. Einen Ersatzverkehr gibt es nicht. Die Buslinien der Autokraft und der Verkehrsbetriebe Kreis Plön sind jedoch nicht betroffen.

In Flensburg vom Streik betroffen sind nach Angaben der AktivBUS Flensburg die Stadtbuslinien 1-7 und 10-14. Die Linien 1, 2, 3 und 5 Ring A fallen komplett aus. Die Linien 4, 5 Ring B, 7, 10, 11, 12 und 14 werden teilweise gefahren.

Verdi erhöht Druck auf Arbeitgeber

Verdi will mit der Aktion im festgefahrenen Tarifkonflikt der Branche den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Gespräche sollen am Mittwoch fortgesetzt werden.

Der Kommunale Arbeitgeberverband hat für dieses Jahr 1,8 Prozent mehr Geld angeboten und für nächstes Jahr 1,3 Prozent. Verdi verlangt 2,06 Euro mehr in der Stunde für 2020. Laut Arbeitgeberverband würde das ein Plus von 14 Prozent oder 349 Euro im Monat bedeuten. Dies sei völlig überzogen.