"Biologischer Klimaschutz"

Umweltminister will mit Mooren im Norden das Klima retten

Reste abgestorbener Bäume zwischen Moos und Gräsern im sumpfigen Untergrund.

Reste abgestorbener Bäume zwischen Moos und Gräsern im sumpfigen Untergrund.

Foto: dpa

Moore als Klimaretter? Das könnte funktionieren. Drei Millionen Euro stellt Schleswig-Holstein für die Wiedervernässung bereit.

Kiel. Mit Hilfe von Mooren, neuen Wäldern und Grünland will Umweltminister Jan Philipp Albrecht Schleswig-Holsteins Klimabilanz kräftig aufbessern. "Ziel ist die jährliche Bindung von 700.000 Tonnen klimaschädlichem Kohlendioxid bis 2030", sagte der Grünen-Politiker.. Das entspreche in etwa dem Ausstoß eines kleineren Kohlekraftwerks.

Für den Einstieg in einen "biologischen Klimaschutz" stünden im Norden sofort drei Millionen Euro zusätzlich bereit. Das Geld soll in den bereits bestehenden Moorschutzfonds der Stiftung Naturschutz fließen. Albrechts Strategie besteht aus der Wiedervernässung von Moorböden, der Bildung neuer Wälder und der Umwandlung von Acker- in Grünland, insbesondere auf Moorböden.

Moorböden: Höherer Wasserstand statt Drainagen

Die Landesregierung will darüber hinaus beispielsweise Landwirte fördern, wenn sie ihre Moorböden künftig mit einem höheren Wasserstand bewirtschaften, statt sie mit Dränagen zu entwässern. "Das ist die schnellste Möglichkeit, wie man Treibhausgase in der Landwirtschaft einsparen kann", sagte Albrecht. Das CO2-Einsparpotenzial sei dort um ein Vielfaches höher als beim Aufforsten im selben Umfang. Durch intensive Nutzung solcher Moorböden mit niedrigem Wasserstand entwichen Kohlenstoffverbindungen in die Atmosphäre. "Das ist ein irreversibler Vorgang."

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Albrecht hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) in einem der dpa vorliegenden Schreiben aufgefordert, die im Klimapaket in Aussicht gestellten zusätzlichen Mittel für die Länder in Höhe von 40 Millionen Euro im kommenden Jahr auch für neue Wälder und den Moorschutz freizugeben. Um das Ziel einer Einsparung von 700 000 Tonnen CO2 jährlich zu erreichen, sind laut Albrecht etwa fünf Millionen Euro pro Jahr im Norden nötig.